Wien erhöht Gebühren für Hunde, Bücher und öffentliche Dienstleistungen ab 2026

Dezember 3, 2025 06:28
Wien erhöht Gebühren für Hunde, Bücher und öffentliche Dienstleistungen ab 2026

Die Stadt Wien plant umfassende Erhöhungen in verschiedenen Gebühren und Abgaben, die ab Januar 2026 in Kraft treten sollen. Dadurch soll ein parteiübergreifendes Budgetdefizit von 2,65 Milliarden Euro ausgeglichen werden, was eine Gesamtausgabe von 22,16 Milliarden Euro im kommenden Jahr bedingt. Darüber berichtet Welt Stimme.

Bereits in den vergangenen Wochen wurden mehrere Gebührenerhöhungen angekündigt, darunter eine Steigerung des Preises für die Jahreskarte der Wiener Linien um 27,85 Prozent und eine Erhöhung der Parkpickerl-Gebühr um 30 Prozent.

Diese Woche wurden zudem Details zu weiteren Erhöhungen bekannt gegeben, einschließlich Verwaltungsabgaben, Hundesteuer und Ticketverkaufsgebühren im öffentlichen Raum.

Gebrauchsabgaben

Die Abgaben für das Platzieren von Waren und den Bau von Vorbauten werden ebenfalls angehoben. Personen, die beispielsweise Konzertkarten in historischen Kostümen an Touristen verkaufen möchten, müssen künftig 350 Euro monatlich zahlen, anstatt der bisherigen 170 Euro.

Hundesteuer

Die Hundesteuer, derzeit 72,67 Euro für den ersten Hund und 109 Euro für jeden weiteren Vierbeiner, wird geändert. Neuerdings beträgt die Steuer für den ersten Hund 120 Euro, während für andere Hunde 109 Euro zu zahlen sind. Ab 2027 soll eine einheitliche Abgabe von 120 Euro für alle Hunde gelten, wobei für einkommensschwache Haushalte Ausnahmen vorgesehen sind.

Sportförderungsbeitrag

Der Steuersatz für den Wiener Sportförderungsbeitrag wird von 10 auf 12,5 Prozent angehoben. Außerdem wird die Gebühr für Sportwettterminals von 350 auf 525 Euro erhöht.

Donauinsel-Grillen

Die Benutzung kostenpflichtiger Grillplätze auf der Donauinsel wird ebenfalls teurer. Ab 2026 beträgt die Gebühr 45 Euro, anstatt der bisherigen 10 Euro.

Büchereien-Jahreskarte

Die reguläre Jahreskarte für Erwachsene in städtischen Büchereien wird von 36 Euro auf 45 Euro angehoben. Auch ermäßigte Karten werden teurer und kosten ab Januar 15 Euro.

Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) kündigte an, dass ab Frühjahr 2026 eine regelmäßige Anpassung der Gebühren gemäß dem Verbraucherpreisindex (VPI) erfolgen soll. Diese Novelle muss noch im Landtag beschlossen werden, was für den kommenden Monat geplant ist.

Kritik aus der Opposition

Die Opposition im Rathaus übt scharfe Kritik an den geplanten Erhöhungen. Die FPÖ Wien äußert Bedenken, dass Bürgermeister Ludwig und Finanzstadträtin Novak statt struktureller Einsparungen neue Belastungen schaffen. „Während Wiens Unternehmen zusehends ums Überleben kämpfen, wird nichts unternommen, um die finanzielle Situation der Familien zu entlasten“, so die FPÖ.

Die Grünen kritisieren, dass die Stadtregierung bei den Gebührenerhöhungen ohne Plan und Ziel vorgeht, und schlagen vor, die Einnahmen durch gerechtere Abgaben, beispielsweise bei Leerstand und Zweitwohnsitzen, zu reformieren.

Die Wiener ÖVP spricht von einem „nächsten Gebührenrausch“ und bemängelt, dass die rot-pinke Koalition nur eine Antwort auf ihre Budgetprobleme kenne: Steuererhöhungen.

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