Die Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) hat am Mittwoch Details zum Budget ihres Ressorts für das kommende Jahr vorgestellt. Große Gratis-Events bleiben, der Sparstift trifft etwa die Vereinigten Bühnen Wien, das Sommernachtkonzert sowie das Wiener Konzerthaus. Auch die Einführung des „Kultureuros“ soll kommen. Darüber berichtet Welt Stimme.
WIEN. Die Stadt Wien sieht sich gezwungen, drastische Sparmaßnahmen einzuleiten. Für das Budget 2026 plant die Stadt Ausgaben in Höhe von 22,16 Milliarden Euro, wobei ein Defizit von 2,65 Milliarden Euro prognostiziert wird. Dazu werden zahlreiche Kürzungen angekündigt, und auch ab Jänner 2026 sind Gebührenerhöhungen zu erwarten.
Das Kulturressort muss ebenfalls Einsparungen vornehmen. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler betonte vor einigen Wochen die Notwendigkeit, Synergien und maßgeschneiderte Lösungen zu finden, um finanziell zu sparen. Wichtigste kulturelle Veranstaltungen wie das Popfest, der Kultursommer Wien, die Dauerausstellung im Wien Museum und die Wiener Vorlesungen bleiben allerdings erhalten.
Im Rahmen eines Pressegesprächs wurden am Mittwoch die Einzelheiten des Kulturbudgets für das kommende Jahr präsentiert. Das Ziel sei es, die Vielfalt der Kulturlandschaft sowie den niederschwelligen Zugang zu Kunst und Kultur für die Wiener Bevölkerung zu fördern.
Konzerthaus & Musikfreunde müssen sparen
Das Budget 2025 beinhaltete einige einmalige Projektfinanzierungen, die 2026 nicht mehr erforderlich sein werden, darunter das „Festjahr Johann Strauss 2025“ mit Kosten von 9,5 Millionen Euro, was zu spürbaren Einsparungen führt. Dennoch werden einige Programme beim Wiener Konzerthaus sowie der Gesellschaft der Musikfreunde weniger oder gar nicht mehr gefördert, ohne dass weitere Details dazu genannt wurden. Gleichzeitig bleiben Projekte wie das Foto Arsenal Wien und das Atelierhaus am Otto-Wagner-Areal bestehen.
„Kultureuro“ könnte kommen
Bereits im Frühjahr hatte Wien angeregt, möglicherweise eine neue Touristen-Abgabe einzuführen. Der sogenannte „Kultureuro“ soll nach dem Vorbild von Hamburg und Köln eingeführt werden. Diese Abgabe wäre für kulturelle und touristische Projekte vorgesehen. Der „Kultureuro“ wird derzeit ressortübergreifend erarbeitet.
VDW müssen fünf Millionen Euro einsparen
Die „Vereinigten Bühnen Wien“ (VBW) sind ebenfalls von Sparmaßnahmen betroffen, müssen einen Konsolidierungsbeitrag von fünf Millionen Euro aufbringen. Diese Mittel sollen dann in Theater, Mittelbühnen und die freie Szene investiert werden. Es wird betont, dass Strukturen aufrechterhalten werden, die insbesondere Bereiche schützen, in denen viele Menschen unter prekären Bedingungen arbeiten.
Kaup-Hasler appellierte an alle Beteiligten, weiterhin Arbeitsmodelle und Synergien zu prüfen. Kulturankerzentren bleiben bestehen, und das Ziel bleibt es, Kunst und Kultur für alle zugänglich zu machen. Im Durchschnitt finden täglich 30 von der Stadt geförderte und frei zugängliche Veranstaltungen statt, denn „Kultur darf kein Luxus sein“.
Dschungel Wien, Kinderkulturzentrum, Literatur
Die Stadt plant, auch in die Kinder- und Jugendkultur zu investieren. Die Finanzierungen für Dschungel Wien, Kinderliteraturformate sowie musikalische und kulturelle Bildungsprojekte bleiben stabil. Zudem wird das Junge Theater Wien im kommenden Jahr eingeführt.
Das geplante Zentrum für Kinderkultur in Floridsdorf, das heuer mit 9,5 Millionen Euro finanziert werden sollte, wird nicht in Bezug auf die Bauarbeiten verschoben, allerdings findet die Eröffnung später als geplant erst 2028 statt.
Arbeitsstipendien werden reduziert
In der Corona-Pandemie eingeführte Arbeitsstipendien zur Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern werden von 84 auf 48 Stipendien reduziert. Ein Gemeinderatsbeschluss erlaubt jedoch eine Anpassung der Antragslage und Qualität innerhalb der jeweiligen Sparten.
Förderung für Sommernachtskonzert entfällt
Die beliebten Sommernachtskonzerte der Wiener Philharmoniker, die im Park im Schloss Schönbrunn stattfinden, werden in ihrer nächsten Ausgabe am 19. Juni 2026 nicht mehr von der Stadt mit 250.000 Euro unterstützt.
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