Liechtenstein bittet Österreich um Rechtshilfe in Ermittlungen gegen Goldhändler TGI

Juni 13, 2026 13:59
Liechtenstein bittet Österreich um Rechtshilfe in Ermittlungen gegen Goldhändler TGI

Liechtensteinische Staatsanwaltschaft untersucht TGI AG wegen Betrugsverdachts

Die liechtensteinische Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen die TGI AG eingeleitet, das Verdacht auf gewerbsmäßigen Betrug und Geldwäsche beinhaltet. Im Rahmen der Ermittlungen wurden bereits Rechtshilfeersuchen an österreichische Behörden gestellt.

Der Goldhändler TGI AG, der für sein Geschäftsmodell mit „Goldrabatten“ bekannt ist, sah sich Anfang Juni unangekündigten Hausdurchsuchungen konfrontiert. Die Unternehmen der Eigentümer Helmut und Katarina Kaltenegger, die in Wien leben, stehen ebenfalls im Fokus der Ermittlungen. Diese Untersuchungen ergeben sich aus Zahlungsströmen, die über ein Konto einer Vorarlberger Inkassogesellschaft abgewickelt worden sein sollen.

Die TGI AG bietet ihren Kunden an, Gold zu kaufen und verspricht Rückzahlungen von bis zu 4% über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren. Die Rückzahlungen sollen laut TGI die Einnahmen aus Geschäften in Afrika decken. Dies wird jedoch von den Aufsichtsbehörden in Deutschland, Liechtenstein und Österreich stark kritisiert. Bereits im April untersagte die deutsche BaFin den Vertrieb von TGI-Produkten, gefolgt von einem weitreichenden Verbot durch die FMA Liechtenstein Ende Mai.

Im Rahmen eines Videomeetings informierte die TGI ihre Kunden über die Optionen zur Rückabwicklung ihrer Verträge und das Angebot einer Vertragsnovation. Der Geschäftsführer Mark Bogen erklärte, die Rückzahlungen würden über mehrere Monate gestaffelt erfolgen. Helmut Kaltenegger wies auf lange Wartezeiten hin, die im Prozess der Rückabwicklung zu erwarten sind.

Einordnung

Die laufenden Ermittlungen und die Maßnahmen der Finanzmarktaufsicht haben für die TGI AG erhebliche Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell. Die Rückabwicklungen sind zeitlich ungewiss, was das Vertrauen der Kunden in das Unternehmen stark beeinträchtigen könnte. Zudem wird die TGI gezwungen sein, ihre vertrieblichen Praktiken zu überdenken, um den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden.

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