Qualcomm plant Markteintritt im Serverprozessor-Segment
Qualcomm bereitet sich auf den Eintritt in den Markt für Serverprozessoren vor und hat dazu die Entwicklung von ARM-basierten Vielkern-CPUs mit Oryon-Kernen angekündigt. Dies wurde von CEO Cristiano Amon während der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen bekannt gegeben.
Die grundlegende Architektur basiert auf den Oryon-Kernen, die aus der Übernahme des Unternehmens Nuvia stammen. Dies entspricht dem ursprünglichen Plan von Nuvia, die einen 80-Kern-Prozessor mit 5-Nanometer-Technologie entwickeln wollten. Allerdings wurde dieses Projekt nie abgeschlossen und das Design könnte mittlerweile veraltet sein. Angesichts des Markts wird sich Qualcomm erst ab dem Fiskaljahr 2028 nennenswerten Umsatz im Serverbereich erhoffen.
Unter den potenziellen Kunden befindet sich ein ungenannter „führender Hyperscaler“, von dem Amon sich einen sogenannten Halo-Effekt erhofft. Ein Vertrag mit einem etablierten Marktführer könnte weitere Interessenten anziehen und zur Etablierung von Qualcomms Technologie beitragen.
Chiplet-Technologie durch Übernahme von Alphawave Semi
Im Juni kündigte Qualcomm an, das Unternehmen Alphawave Semi für 2,4 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Diese Übernahme soll Qualcomm Zugang zu umfangreicher Expertise im Bereich der Chiplet-Technologie verschaffen, einschließlich der Entwicklung von Verbindungen zwischen verschiedenen Chiplets und Interfaces wie PCIe und UCIe. Die Übernahme wird voraussichtlich Anfang 2026 abgeschlossen sein.
ARM-Prozessoren haben bisher hauptsächlich durch Eigenentwicklungen von Firmen wie Amazon, Google, Meta und Microsoft Verbreitung in Rechenzentren gefunden. Ampere Computing, als unabhängiger Anbieter von ARM-Serverprozessoren, hat jedoch eine Nischenposition inne, wobei Oracle als einziger bekannter Großkunde gilt.
Finanzielle Entwicklung und Börsenreaktion
Finanziell zeigt sich Qualcomm robust: Der Quartalsumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf nahezu 10,4 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn konnte sogar um 25 Prozent auf fast 2,7 Milliarden Dollar erhöht werden. Alle Geschäftsbereiche, einschließlich Prozessoren und IoT-Hardware, verzeichnen Wachstum.
Für das laufende Quartal prognostiziert Qualcomm einen Umsatz zwischen 10,3 Milliarden und 11,1 Milliarden Dollar. Trotzdem zeigt sich die Börse unzufrieden, wodurch die Aktien des Unternehmens seit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen um etwa fünf Prozent gefallen sind.


