Slowenische Außenministerin Tanja Fajon besucht Peršmanhof nach umstrittenem Polizeieinsatz

September 10, 2025 18:32

Slowenische Außenministerin besucht NS-Gedenkstätte in Südkärnten

Sechs Wochen nach dem umstrittenen Polizeieinsatz gegen Jugendliche am Peršmanhof hat die slowenische Außenministerin Tanja Fajon am Mittwoch die Südkärntner NS-Gedenkstätte bei Bad Eisenkappel (Bezirk Völkermarkt) besucht. Fajon legte einen Kranz in Erinnerung an die Opfer des NS-Massakers nieder und bekräftigte Sloweniens Forderung nach einer raschen Aufklärung des Polizeieinsatzes, der von Opfernachfahren und Vertretern der Kärntner Slowenen scharf kritisiert wurde. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der Polizeieinsatz, der am Peršmanhof stattfand, wurde in den letzten Wochen von verschiedenen Seiten als unverhältnismäßig bezeichnet. Angehörige der betroffenen Jugendlichen sowie zahlreiche Vertreter der slowenischen Minderheit haben öffentlich auf die Notwendigkeit einer Prüfung der Vorgehensweise der Einsatzkräfte hingewiesen. Diese Kritik fügt sich in einen breiteren Kontext von Spannungen zwischen der slowenischen und der österreichischen Bevölkerung in der Region, die historisch von Konflikten geprägt ist.

Fajon nutzte ihren Besuch, um die Wichtigkeit der Aufarbeitung der Geschichte und der Erinnerungskultur zu betonen. Sie drückte ihr Mitgefühl für die Opfer und ihre Angehörigen aus und stellte fest, dass die Aufklärung des Vorfalls auch eine Frage der Gerechtigkeit sei. Zudem forderte sie von den österreichischen Behörden mehr Transparenz im Umgang mit solchen sensiblen Themen.

Der Vorfall am Peršmanhof hat die Debatte über die Beziehungen zwischen Slowenen und Österreichern in Kärnten neu entfacht. Einige Beobachter sehen in der Reaktion des slowenischen Staates auf den Polizeieinsatz ein Signal der Solidarität mit der slowenischen Minderheit. Politische Vertreter in Österreich zeigen sich jedoch gespalten. Während einige den Dialog und die Aufklärung unterstützen, warnen andere vor einer möglichen Eskalation der Spannungen zwischen den Gemeinschaften.

Fajons Kranzniederlegung wurde auch von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen begleitet, die für ein besseres Verständnis und die Förderung des interethnischen Dialogs plädieren. Die Gedenkstätte bei Bad Eisenkappel steht symbolisch für die Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus und stellt eine wichtige Verbindung zur Geschichte dar, die für die Heimat beider Nationen von Bedeutung ist.

In den kommenden Wochen wird erwartet, dass die italienische und die slowenische Regierung intensivere Gespräche führen, um den Vorfall zu klären und die Beziehungen zwischen den Ländern nicht weiter zu belasten. Experten betonen, dass eine offene und ehrliche Aufarbeitung sowohl für die betroffenen Gemeinschaften als auch für die offizielle integrative Politik von entscheidender Bedeutung ist.

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