Russische Hacker greifen britisches Verteidigungsministerium an

Oktober 20, 2025 11:30
Russische Hacker greifen britisches Verteidigungsministerium an
Russische Hacker greifen britisches Verteidigungsministerium an

Russische Cyberkriminelle haben nach Angaben der britischen Zeitung The Mail on Sunday vertrauliche Dateien des britischen Verteidigungsministeriums entwendet. Am 18. Oktober 2025 berichtete das Blatt, dass hunderte geheime Militärdokumente, darunter Informationen zu acht Stützpunkten der Royal Air Force und der Royal Navy, im Darknet veröffentlicht wurden. Die Angreifer nutzten den Zugriff auf die Systeme des Dienstleisters Dodd Group, der Wartungs- und Bauaufträge für das Verteidigungsministerium ausführt. Nach ersten Erkenntnissen soll die russische Cybergruppe Lynx hinter dem Angriff stehen.

Sensible Daten über militärische Anlagen veröffentlicht

Die entwendeten Dateien enthielten laut Berichten Informationen über mehrere sensible Standorte, darunter die Luftwaffenbasis Lakenheath in Suffolk, auf der US-Kampfflugzeuge vom Typ F-35 stationiert sind, sowie möglicherweise gelagerte nukleare Sprengköpfe. Auch die Radaranlage auf der Basis Portreath, Teil des NATO-Luftverteidigungsnetzwerks, und das britische nationale Drohnenzentrum auf der Basis Predannack wurden genannt. Zudem tauchten im Darknet persönliche Daten von Mitarbeitern, Kennzeichen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen auf. Mehrere Dokumente trugen Geheimhaltungsvermerke wie „Controlled“ und „Official Sensitive“. Das Verteidigungsministerium leitete eine Untersuchung ein, äußerte sich jedoch aus Sicherheitsgründen nicht zu Details.

Wachsende russische Cyberbedrohung

Bereits im September 2025 meldete das britische National Cyber Security Centre einen Rekordwert von 204 schwerwiegenden Cyberangriffen innerhalb eines Jahres. Ziel waren zunehmend militärische Einrichtungen, Energieinfrastruktur, Regierungsstellen und Krankenhäuser. Russische Gruppen setzen dabei verstärkt auf künstliche Intelligenz, Phishing und Schadsoftware, um Informationen zu stehlen oder Netzwerke zu sabotieren.

NATO und EU verstärken Gegenmaßnahmen

Großbritannien und seine europäischen Partner reagieren mit engerer Zusammenarbeit im Rahmen der NATO. Die Allianz kündigte „asymmetrische und proportionale“ Antworten auf russische Cyberattacken an, die im Einklang mit dem Völkerrecht stehen. Parallel wird der Ausbau nationaler Cyberkommandos und Reaktionszentren (CERT) forciert, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

Teil einer breiteren Sicherheitsstrategie Londons

Die Cyberoffensive reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, mit denen London auf hybride Bedrohungen aus Russland reagiert. Im Juni 2025 veröffentlichte die Regierung die Strategic Defence Review 2025: Making Britain Safer, in der Russland als Hauptgefahr für die nationale Sicherheit bezeichnet wird. Neben dem Ausbau des Verteidigungsbudgets und der Cyberabwehr hat Großbritannien im Oktober 2025 neue Sanktionen gegen russische Ölunternehmen verhängt, darunter gegen „Rosneft“ und „Lukoil“. Insgesamt setzt London auf eine kombinierte Strategie aus Abschreckung, technologischer Aufrüstung, enger NATO-Kooperation und Unterstützung der Ukraine.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Schadholzmenge im Nationalpark Kalkalpen um 50 Prozent gesenkt dank feuchtem Wetter und Borkenkäfermanagement
Vorheriger artikel

Schadholzmenge im Nationalpark Kalkalpen um 50 Prozent gesenkt dank feuchtem Wetter und Borkenkäfermanagement

Sophie Bretterklieber aus Lannach wird zur „Hofheldin“ der Landwirtschaftskammer Steiermark gekürt
Nächster artikel

Sophie Bretterklieber aus Lannach wird zur „Hofheldin“ der Landwirtschaftskammer Steiermark gekürt

Nicht verpassen