Der Nationalparkbetrieb Kalkalpen der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) hat positive Ergebnisse in der Holzernte bekannt gegeben: Die Schadholzmenge ist in diesem Jahr deutlich gesunken und beträgt bisher nur etwa 4.600 Festmeter. Dies ist weniger als die Hälfte im Vergleich zu den Vorjahren. Diese Entwicklung ist auf die äußerst geringe Zahl an Windwürfen und das feuchte Wetter im Mai und Juli zurückzuführen, welches den Borkenkäfer stark gehemmt hat. Darüber berichtet Welt Stimme.
MOLLN, REICHRAMING. Der Nationalpark Kalkalpen erstreckt sich über 209 Quadratkilometer und besteht zu rund 79 Prozent aus unberührter Waldwildnis. Lediglich auf etwa 21 Prozent der Fläche, hauptsächlich an den Randbereichen zum Schutz angrenzender Wälder, wird ein aktives Borkenkäfermanagement betrieben. In diesen befallenen Bereichen ist es entscheidend, die betroffenen Bäume schnell zu entfernen, um langfristigen Waldschutz zu gewährleisten.
Auch Pferde kommen zum Einsatz
Für die Aufarbeitung des Schadholzes setzen die Bundesforste auf moderne Forsttechnik wie Seilkräne oder Traktoren. In besonderen Fällen werden jedoch auch Rückepferde eingesetzt – eine traditionelle Methode, die gezielt in sensiblen oder schwer zugänglichen Gebieten angewendet wird.
„Unsere Aufgabe im Nationalpark ist es, den Wald zu bewahren und seine natürlichen Prozesse möglichst ungestört ablaufen zu lassen – gleichzeitig achten wir darauf, dass vom Borkenkäfer befallenes Holz in bestimmten Bereichen rechtzeitig entfernt wird, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“
Jan Kerbl, ÖBf-Förster im Nationalpark Kalkalpen
„Natürlich können Pferde mit modernen Maschinen nicht mithalten. Ein Rückepferd schafft pro Tag rund 20-30 Festmeter Holz – eine Menge, die ein Harvester in einer Stunde bewältigt. Aber die Tiere arbeiten mit größter Sorgfalt und Präzision – und leisten damit einen wertvollen Beitrag an sensiblen Standorten“, erklärt Förster Jan Kerbl.
Die kräftigen Noriker-Pferde sind auch in unwegsamem Gelände äußerst trittsicher. Sie bewegen sich sehr bodenschonend durch den Wald, verursachen kaum Schäden am Boden, schützen Jungbäume und benötigen keine breiten Rückegassen. Zudem bleibt die Lärmbelastung minimal – ein Vorteil sowohl für Menschen als auch für die Natur, insbesondere im sensiblen Umfeld des Nationalparks.


