Wien fördert Barrierefreiheit im Tourismus mit Programm „Inklusives Wien 2030“

Oktober 31, 2025 09:03
Wien fördert Barrierefreiheit im Tourismus mit Programm „Inklusives Wien 2030“

Inklusion im Tourismus: Wien setzt auf Barrierefreiheit

Im Rahmen des Programms „Inklusives Wien 2030“ werden Maßnahmen ergriffen, um die Barrierefreiheit in der Hauptstadt zu verbessern, um so den Tourismus für Menschen mit Behinderung attraktiver zu gestalten. Darüber berichtet Welt Stimme.

Wien zieht jährlich Millionen Touristen aus dem In- und Ausland an. Angesichts von mehr als 100 Millionen Erwachsenen mit Behinderungen in Europa, von denen 70 Prozent über ein Reisebudget verfügen und im Durchschnitt 16 Prozent mehr ausgeben als Personen ohne Behinderungen, wird der Fokus auf eine inklusive Touristenerfahrung gelegt. Am Donnerstag fand der erste Fachkongress für Barrierefreiheitsbeauftragte statt, um der Strategie von WienTourismus zur Stärkung des städtischen Tourismusports zu dienen.

„Barrierefreiheit ist in Wien kein Selbstzweck, sondern ein strategischer Hebel für nachhaltigen Qualitätstourismus. Darum setzen wir in Wien gezielt im Rahmen der Visitor Economy Strategie diesen Hebel um. Nicht ohne Grund wurde Wien 2025 mit dem Access City Award der Europäischen Kommission ausgezeichnet: Wir sind internationale Vorzeigestadt für gelebte Inklusion und Teilhabe“, erklärte Stadträtin Barbara Novak (SPÖ).

Trainings und neue Angebote

Um die Inklusion voranzutreiben, werden ab Herbst 2025 insgesamt 23 Sensibilisierungstrainings angeboten. Diese richten sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungspersönlichkeiten im Hotellerie- und Kulturbereich. Ziel ist es, den Umgang mit Gästen mit Behinderung zu verbessern sowie inklusives Wording zu fördern. Die Trainings erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für Barrierefreiheit und Inklusion „myAbility“.

Zudem hat WienTourismus gemeinsam mit dem Österreichischen Verband der Dolmetscherinnen und Dolmetscher drei neue Gebärdensprache-Videos produziert, die Wien als Reiseziel für gehörlose Menschen zugänglicher machen sollen.

Strategische Ziele für 2030

Die Strategie „Inklusives Wien 2030“ soll die UN-Behindertenrechtskonvention lokal umsetzen und sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen gleichberechtigt einbezogen werden, insbesondere im Tourismus. Das Aktionsprogramm „Barrierefreiheit“ strebt an, die Infrastruktur kontinuierlich zu verbessern, einschließlich induktiver Höranlagen an Tourist-Infos am Albertinaplatz und am Flughafen Wien. Die Webseite von WienTourismus erhielt das Web Accessibility Certificate Austria (WACA), das nur jede fünfzigste Unternehmenswebseite in Österreich trägt.

Bereits jetzt ist Wien auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit: Mit Ausnahme baulich bedingter Einschränkungen sind alle U-Bahn-Stationen barrierefrei zugänglich, ebenso 96 Prozent der Straßenbahn- und Bushaltestellen. Seit 1991 ist barrierefreies Planen und Bauen gesetzlich verankert, was bedeutet, dass bereits 80 Prozent der Ampeln mit akustischen Signalen für Menschen mit Sehbehinderungen ausgestattet sind. Ein weiterer wichtiger Punkt wird die Ausrichtung der National Special Olympics im Jahr 2026 in Wien sein.

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