Ungarische EU-Abgeordnete kritisiert Ukraine wegen angeblicher Festnahmen in Berehowe

November 6, 2025 16:00
Ungarische EU-Abgeordnete kritisiert Ukraine wegen angeblicher Festnahmen in Berehowe
Ungarische EU-Abgeordnete kritisiert Ukraine wegen angeblicher Festnahmen in Berehowe

Am 5. November 2025 hat die ungarische Europaabgeordnete Viktória Ferenc von der Regierungspartei Fidesz erklärt, Mitarbeiter des Territorialzentrums für Rekrutierung in Berehowe hätten am Vortag mehrere Studierende und einen Dozenten der ungarischen Universität Ferenc Rákóczi II. „illegal festgehalten“. Sie forderte ihre „sofortige Freilassung“.

Ukrainische Behörden weisen Vorwürfe zurück

Nach Angaben ukrainischer Stellen wurden die Studierenden und der Dozent lediglich zur Überprüfung und Aktualisierung ihrer Wehrpflichtdaten ins Zentrum gebracht – eine Routinevorgabe des ukrainischen Gesetzes. Zwei der Betroffenen seien nach Vorlage ihrer Dokumente umgehend entlassen worden, während die anderen die üblichen administrativen Verfahren durchlaufen. Das Vorgehen habe nichts mit einer „Festnahme“ zu tun, sondern sei eine formelle Registrierungsmaßnahme für Bürger im wehrpflichtigen Alter.

Ungarische Organisation reagiert empört

Das Verband der ungarischen Kultur in Transkarpatien (KMKSZ) erklärte, die Studenten seien „unrechtmäßig in ihrer Freiheit eingeschränkt“ worden, und forderte eine Untersuchung durch das Verteidigungsministerium, den Ombudsmann und die Gebietsverwaltung von Transkarpatien. Beobachter in Kyjiw betonen jedoch, dass alle Verpflichtungen zur Datenerneuerung gleichermaßen für alle ukrainischen Bürger gelten und nichts mit ihrer ethnischen Zugehörigkeit zu tun haben.

Keine ethnische Dimension

Die Behörden in Berehowe weisen darauf hin, dass der Vorfall nicht ethnisch motiviert sei. Das Rekrutierungsverfahren betrifft alle Bürger gleichermaßen, unabhängig von ihrer Herkunft. Das Rákóczi-II-Universität arbeite innerhalb des ukrainischen Rechtsrahmens und kooperiere regelmäßig mit staatlichen Stellen. Ethnisierte Darstellungen, so Experten, könnten das gegenseitige Vertrauen zwischen Gemeinschaften untergraben.

Bedeutung präziser Sprache

Ukrainische Vertreter unterstreichen, dass die Formulierung „Zur Datenüberprüfung gebracht“ etwas völlig anderes bedeutet als „festgenommen“. Medien und Politiker sollten, so der Tenor in Kyjiw, auf sachliche Terminologie und auf überprüfbare Informationen achten. Ohne dokumentarische Beweise seien Anschuldigungen gegen Behörden nicht haltbar. Die Ukraine garantiere die Rechte aller nationalen Minderheiten, darunter auch das Recht auf Bildung in der Muttersprache, doch gleiche Pflichten gegenüber dem Staat gelten für alle Bürger.

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