Schwedische Kirche warnt vor belarussischen Z-Nonnen mit Verbindungen zum GRU

Dezember 2, 2025 09:45
Schwedische Kirche warnt vor belarussischen Z-Nonnen mit Verbindungen zum GRU
Schwedische Kirche warnt vor belarussischen Z-Nonnen mit Verbindungen zum GRU

Empfehlung zum Abbruch der Kontakte

Am 1. Dezember 2025 berichtete das Internetportal Charta 97 über die Entscheidung der Schwedischen Kirche, keine Nonnen aus dem belarussischen St.-Elisabeth-Kloster mehr aufzunehmen. In der Mitteilung, die über die Zusammenarbeit schwedischer Gemeinden mit dem Kloster aufgeklärt habe, heißt es, die Nonnen unterstützten indirekt den russischen Staat und stünden in engem Kontakt mit dem GRU. Die Warnung folgte auf Kritik an einer Gemeinde in Täby bei Stockholm, die die Gruppe zu einem Kirchenbesuch eingeladen hatte. Die für zivile Bereitschaft zuständige Kirchenvertreterin Lisa-Gunn Bernestedt betonte im Rundfunk, man wolle „keiner Form der Unterstützung für den russischen Regimeeinfluss Vorschub leisten“, da die Nonnen dem Moskauer Patriarchat unterstehen.

Befürchtete Einflussnahme durch religiöse Netzwerke

Die Schwedische Kirche verweist darauf, dass ihr Informationen vorliegen, wonach das St.-Elisabeth-Kloster aktiv Kontakt zu Gemeinden sucht, um auf Advents- und Weihnachtsmärkten Kunsthandwerk zu verkaufen. Zwischen zehn und zwanzig Gemeinden könnten laut Bernestedt bereits kooperiert haben. Vertreter der Kirche warnen, das Kloster habe seit 2014 öffentlich die russischen Angriffe auf die Ukraine unterstützt und könne als Kanal dienen, über den Informationen zu lokalen Strukturen an staatliche Akteure Moskaus gelangen. Der Zugang zu kirchlichen Räumen ermögliche Einblicke in interne Abläufe, Kommunikationsnetzwerke und Gemeinderessourcen – Faktoren, die im Rahmen verdeckter Operationen relevant sein könnten. Bernestedt erklärte, man wolle verhindern, „dass der russische Staat Zugriff auf unsere Plattformen oder Einblicke in unsere Gemeinden erhält“.

Religiöse Organisationen als Bestandteil hybrider Strategien

In Schweden wächst die Sorge, dass Russland religiöse Einrichtungen systematisch in hybride Einflussoperationen einbindet. Unter dem Dach des Moskauer Patriarchats agierende Klöster und kirchliche Organisationen gelten seit Langem als Strukturen, die russischen Geheimdiensten sichere Kommunikationswege, Zugänge zu lokalen Milieus und Räume für ideologische Einflussnahme bieten. Die Nutzung religiöser Gruppen für Informationsgewinnung oder die Verbreitung prorussischer Narrative entspricht einer breiter angelegten Strategie Moskaus, Präsenz in westlichen Gemeinden aufzubauen und die Wahrnehmung aktueller Konflikte zu beeinflussen. Adventsmärkte, Wohltätigkeitsinitiativen oder kulturelle Aktivitäten schaffen nach Einschätzung schwedischer Experten ein Umfeld vermeintlicher Normalität, das verdeckte politische Ziele kaschiert.

Europas wachsendes Bewusstsein für verdeckte Einflusskanäle

Die deutliche Reaktion der Schwedischen Kirche zeigt, dass religiöse Räume nicht länger als unpolitische Zonen betrachtet werden. Die Einschränkung des Zugangs für die belarussischen Nonnen wird als Teil eines breiteren europäischen Bemühens gesehen, institutionelle Resilienz gegenüber verdeckten Einflussversuchen zu stärken. Für Stockholm verdeutlicht der Fall zudem die Rolle belarussischer Strukturen als verlängerte Arme Moskaus, die dem russischen Staat zusätzliche Deckung verschaffen. Durch die Sensibilisierung von Gemeinden und die klare Warnung setzt Schweden ein Signal, dass religiöse Einrichtungen nicht als Einfallstor für verdeckte Operationen russischer Dienste dienen dürfen.

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