Tscheche gelingt Super-G-Coup auf der Saslong
ST. CHRISTINA/GRÖDEN. Der tschechische Skirennfahrer Jan Zabystran hat am 19. Dezember 2025 mit einer beeindruckenden Leistung im Super-G auf der Saslong für Furore gesorgt. Mit Startnummer 29 setzte er sich gegen den bis dahin führenden Schweizer Marco Odermatt durch und sicherte sich seinen ersten Weltcupsieg. Darüber berichtet Welt Stimme.
Der 27-jährige Zabystran, der zuvor nie besser als Achter im Weltcup platziert war, schrieb mit diesem Sieg Geschichte: Er ist der erste männliche tschechische Skifahrer, der einen Weltcuprennen gewinnen konnte. Die österreichischen Athleten zeigten ebenfalls gute Leistungen, jedoch blieben sie hinter den Erwartungen zurück. Daniel Hemetsberger beendete das Rennen auf Platz sieben (+0,46 Sekunden hinter Zabystran). Auch Vincent Kriechmayr (9.), Raphael Haaser (10.) und Marco Schwarz (13.) schafften es unter die besten 15. Zabystrans Sieg kam einen Tag nach einem schwachen Abschneiden der österreichischen Skifahrer in der Abfahrt.
Die Wetterbedingungen auf der Saslong waren wechselhaft, was erneut den sogenannten „Gröden-Effekt“ hervorrief, bei dem Sonnenlicht und Schatten einen entscheidenden Einfluss auf die Rennen haben können. Marco Odermatt, der den Wettbewerb lange Zeit anführte, äußerte sich nach dem Rennen: „Jeder, der diese Chance nutzt, hat es irgendwo verdient. Gratulation an Jan, aber klar fuchst es einen. Um dreiviertel 12 fährt man komplett im Dunkeln und eine halbe Stunde später komplett im Licht.“ er hatte zuvor mit einer starken Fahrt die Führung vor dem italienischen Debütanten Giovanni Franzoni (+0,37 Sekunden) und dem Franzosen Nils Allegre (+0,44 Sekunden) behauptet.
Zabystran überwältigt: „Völlig verrückt“
Jan Zabystran zeigte sich nach seinem historischen Sieg überwältigt: „Ich hatte noch nie das grüne Licht (des Führenden). Es ist völlig verrückt“, sagte der neu gekrönte Champion. Franzoni, der seinen ersten Podestplatz erreichte, widmete diesen seinem verstorbenen Teamkollegen Matteo Franzoso, der kürzlich bei einem Trainingsunfall in Chile ums Leben kam.
Daniel Hemetsberger, der in der österreichischen Mannschaft als einer der stärkeren Läufer gilt, lobte Zabystrans Einsatz: „Den Jan kenne ich schon ein Zeiterl, er ist ein gewaltiger Skifahrer, das wundert mich gar nicht.“ Hemetsberger zeigte sich mit seiner eigenen Leistung zufrieden und blickt optimistisch auf die kommenden Wettbewerbe, auch wenn er einige kleine Fehler einräumte.
Mit dem Sieg Zabystrans endete eine österreichische Podestserie von drei aufeinanderfolgenden Super-G-Rennen. Kriechmayr, der mit einer zu direkten Linienwahl einen möglichen weiteren Podiumsplatz verschenkte, kommentierte: „Es war ein dummer Fehler, der mir schon zum zweiten Mal in meiner Karriere an dieser Stelle passiert ist.“ Vor dem Blick auf die klassische Saslong-Abfahrt am Samstag (11:45 Uhr) hofft er auf Erkenntnisse aus seinem Fehler.


