Lindsey Vonn siegt bei Abfahrt der Damen in Zauchensee: ÖSV-Debakel
ZAUCHENSEE. Am 10. Jänner 2026, exakt zehn Jahre nach ihrem letzten Sieg in Zauchensee, feierte Lindsey Vonn auf der Salzburger Weltcup-Strecke ein Comeback und sicherte sich ihren 45. Sieg im Weltcup mit einer Zeit von 1:06,24 Minuten. Sie verwies die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie um 0,37 Sekunden und ihre Landsfrau Jacqueline Wiles um 0,48 Sekunden auf die Plätze. Die österreichischen Teilnehmerinnen erlitten hingegen eine herbe Niederlage; die beste ÖSV-Läuferin, Cornelia Hütter, wurde als 20. (+1,01 Sekunden) gewertet. Darüber berichtet Welt Stimme.
Vonn hatte vor zehn Jahren in Zauchensee sowohl die Abfahrt als auch den Super-G gewonnen. Am Sonntag, den 12. Januar, hat sie die Möglichkeit, ihren insgesamt sechsten Sieg in Zauchensee zu holen. Ihr Sieg in dieser Abfahrt stellt den zweiten dieser Saison dar und folgt vier Wochen nach ihrem Comeback in St. Moritz. In dieser Saison hatte die 41-Jährige zuvor einen zweiten und einen dritten Platz in den Abfahrten erzielt und konnte ihre Führung in der Disziplinwertung weiter ausbauen.
„Es war meine letzte Zauchensee-Abfahrt und daher meine letzte Chance“, erklärte Vonn, nachdem sie ihren insgesamt 84. Weltcupsieg gefeiert hatte. „Mit diesem Mindset ist es vielleicht ein bisschen einfacher.“ Sie betonte, dass sie die ideale Linie gefunden habe: „Wenn du zu weit bist, bist du schon weg.“ Vonn erinnerte sich daran, dass sie vor zehn Jahren im gleichen Hotel übernachtet hatte, als sie von Annemarie Moser-Pröll die Trophäe überreicht bekam.
ÖSV-Läuferinnen fanden nicht die Ideallinie
Während die US-amerikanische Sportlerin mühelos die Führung übernahm, strauchelte Hütter im Mittelteil der verkürzten Strecke entscheidend. „Im Mittelteil habe ich die Schnalze bekommen und gemerkt, ich werde einfach nicht schneller“, so die 33-Jährige, die zwei Jahre zuvor beim Heim-Event den Super-G gewonnen hatte. „Ich bin einfach nicht dort gefahren, wo die anderen gefahren sind. Wenn ich alleine bin, werde ich meine Aggressionen rauslassen, und dann gescheit analysieren.“ Sie wurde zeitgleich mit Nadine Fest (+1,20) als 24. gewertet. Auch Fest konnte die Linie nicht halten und kam in den Neuschnee. „Es ist ärgerlich für mich“, sagte Rädler zu ihrem 28. Platz (+1,35).
Puchner: „Worst Case“
Für die Salzburgerin Mirjam Puchner, die Vize-Weltmeisterin ist, war der Gewinn von nur zwei Weltcuppunkten nicht akzeptabel. „Ich habe bei der Kurve oben schon meine Troubles gehabt, es ist ‚worst case‘. Ich habe es einfach nicht auf die Reihe gekriegt, die anderen haben es besser gemacht. Ich muss das abhaken.“ Andere ÖSV-Läuferinnen, darunter Emily Schöpf und Nina Ortlieb, landeten allesamt außerhalb der Punkteränge. Ortlieb schätzte ihre Performance als unzureichend ein: „Wir waren vor allem im obersten Teil brutal langsam. Da entscheiden ein paar km/h, ob man im Neuschnee steht.“
Zudem ereignete sich bei dieser Ausfahrt ein Sturz, bei dem Magdalena Egger, die Zweite aus St. Moritz, in die Klinik nach Radstadt geflogen werden musste, was das Rennen unterbrach. Hütter äußerte ihre Besorgnis: „Hoffentlich ist es bei Magdalena nur eine Vorsichtsmaßnahme, dass sie sie durchchecken.“ Die österreichischen Läuferinnen hatten damit einen schweren Tag, während Vonn erneut ihre herausragende Form bewies.


