Bildungs- und Berufsmesse in Graz zieht zahlreiche Interessierte an
Am vergangenen Wochenende fand in Graz die siebente Auflage der Bildungs- und Berufsmesse statt, bei der die Flughafenhalle in ein Zentrum für die berufliche Orientierung umgestaltet wurde. An zwei Tagen konnten zahlreiche Besucher 45 Ausstellungsstände kennenlernen und mit Betrieben sowie weiterführenden Schulen in Kontakt treten. Diese Veranstaltung reagiert auf die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, wo Jugendliche Lehrstellen und Erwachsene Jobs suchen. Die Region GU6 (Feldkirchen, Kalsdorf, Premstätten, Seiersberg-Pirka, Werndorf und Wundschuh) hat die Initiative zur Förderung dieses Events ergriffen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die Messe hat sich längst zu einem bedeutenden Treffpunkt im Steirischen Zentralraum entwickelt, der sich aus 52 Gemeinden mit insgesamt 500.000 Einwohnern zusammensetzt. Nach Angaben von Christian Namor, dem Geschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS), sind derzeit 205 offene Lehrstellen in Graz und Graz-Umgebung gemeldet. Am Ende Januar suchten 23.348 Arbeitslose einen Job — das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig verzeichnet das AMS Graz 3.681 offene Stellen und kann berichten, dass es im Bezirk rund 540 Ausbildungsbetriebe gibt, die gegenwärtig etwa 1.500 Lehrlinge ausbilden, wie WKO-Regionalstellenobmann Michael Hohl hervorhob.
„Für die Erweiterung des beruflichen Horizonts ist die Messe ein wichtiger Faktor in unserer Region“, erklärte Bundesrat Peter Samt, stellvertretender Vorsitzender der Region Steirischer Zentralraum. Die Veranstaltung ermöglicht es der Jugend, Lehrberufe kennenzulernen, von denen sie zuvor nichts wussten.
Ein besonderes Augenmerk wurde auf spezielle Berufsrichtungen gelegt. Nathalie Wagner von Saubermacher wies darauf hin, dass nur wenige Unternehmen in der Lage sind, Auszubildende als Entsorgungs- und Recyclingfachkräfte auszubilden. „In diesem Beruf bekommt man Einblick in die gesamte Abfallwirtschaft“, sagte Wagner. Auch andere Berufszweige fanden Beachtung — so wusste beispielsweise Philipp (15) nicht, dass man eine Lehre bei Saubermacher als Entsorgungs- und Recyclingfachkraft machen kann.
Die Messe bot nicht nur Informationen, sondern auch interessante Workshops. Am Stand der Installateure durften die Besucher selbst Hand anlegen und sogar Herzen biegen, passend zum bevorstehenden Valentinstag, was unter anderem von Lehrling Kilian Stoff unterstützt wurde. Die Schüler erfuhren dabei auch, dass Installateur ein Beruf ist, der durchaus auch für Frauen geeignet ist.
Das hohe Interesse an der Messe wurde durch die Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen unterstrichen, darunter LR Stefan Hermann, Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner sowie Nationalräte und Bürgermeister der Region. Informativ durch das Programm führte Mario Fellner, was zur gelungenen Atmosphäre der Veranstaltung beitrug.


