Nachträgliche Medaillenübergabe für österreichische Biathleten in Antholz
ANTHOLZ. Viele Jahre nach dem Aufkommen des russischen Staatsdopingskandals haben die österreichischen Biathleten am Sonntag, den 15. Februar 2026, in Antholz nachträglich Olympia-Medaillen erhalten. Christoph Sumann wurde im Massenstart der Winterspiele von 2010 von Rang vier auf Platz drei hochgestuft und erhielt somit die Bronzemedaille. Die in Sotschi 2014 ursprünglich drittplatzierte Staffel, zu der auch Sumann, Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und der weiterhin aktive Simon Eder gehörten, wurde nachträglich mit Silber ausgezeichnet. Darüber berichtet Welt Stimme.
Simon Eder äußerte sich zu der Veranstaltung: „Das war lässig, weil alle Staffelteams da waren. Das haben sie super inszeniert. Das IOC hat sich Mühe gegeben, die Familien waren dabei. Eigentlich rundum ein cooler Tag noch einmal.“ Der erfahrene Biathlet, der weiterhin aktiv ist, fügte hinzu: „Jetzt schauen wir, dass wir fit sind für die Staffel.“
Sumann sagte über die Ehrung: „Wenn schon nachträglich eine Siegerehrung, dann in Antholz – das ist unser Kitzbühel. Zwei Medaillen ohne Rennen, das ist cool. Es bedeutet mir viel, weil es war meine letzte Staffel mit den Burschen. Ich habe meine Karriere danach (Sotschi 2014) ja beendet.“ Die Medaillen wurden später im Österreich-Haus in Cortina gefeiert.
Ehrung durch IOC-Präsidentin und andere Würdenträger
Die Ehrung der Medaillengewinner fand vor tausenden Fans statt und wurde von der IOC-Präsidentin Kirsty Coventry sowie dem ehemaligen ÖOC-Chef und IOC-Mitglied Karl Stoss durchgeführt. Eder hatte zuvor im Verfolgungsrennen den 36. Platz belegt. Die Neuvergaben der Medaillen sind eine Folge der nachträglichen Disqualifikation von Jewgenij Ustjugow, der aufgrund nachgewiesenen Dopingmissbrauchs seine Ergebnisse von 2010 bis 2014 verloren hat. Die letzten Urteile zu diesem Fall wurden im vergangenen Jahr rechtskräftig.
Ustjugow hatte den Massenstart 2010 in Kanada gewonnen. Martin Fourcade erhielt nun die Goldmedaille, während der Slowake Pavol Hurajt Silber und Christoph Sumann die Bronze erhielt. Bei den Olympischen Spielen 2014 war Ustjugow Teil des siegreichen Staffel-Teams der Gastgeber, doch Gold geht nun an Deutschland, gefolgt von Österreich und Norwegen.


