In Hallein entsteht eines der bedeutendsten Wasserstoffprojekte Österreichs: Mit einer 20-Megawatt-Elektrolyseanlage wollen VERBUND und AustroCel Hallein GmbH künftig rund 2.600 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr erzeugen – und damit die heimische Produktion auf einen Schlag um etwa 60 Prozent erhöhen. Unterstützt wird das Leuchtturmprojekt mit rund 100 Millionen Euro Fördermitteln.
HALLEIN. Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer betonte die Bedeutung des Vorhabens: „Mit dieser gezielten Förderung geben wir dem Wasserstoffhochlauf in Österreich Rückenwind und sichern die Energieversorgung von morgen. Wir fördern Anlagen, die erneuerbaren Strom in erneuerbaren Wasserstoff umwandeln, und schaffen damit eine zentrale Grundlage für eine nachhaltige und leistbare Industrie in Österreich. Projekte wie jenes in Hallein stärken wir unseren Industriestandort. Gerade in Zeiten geopolitischer Umbrüche heißt das: mehr Unabhängigkeit, mehr Wettbewerbsfähigkeit und mehr Krisensicherheit.“ Darüber berichtet Welt Stimme.
Das Projekt stellt einen signifikanten Fortschritt für Österreich dar: Mit der neuen Anlage wird die nationale Wasserstoffproduktion um rund 60 Prozent ansteigen. Ein Ziel ist es, die Energieversorgung resilienter zu gestalten und die Abhängigkeit der Industrie von fossilen Importen zu verringern.
Was in Hallein entsteht
Kernstück des Projekts ist eine 20-Megawatt-Elektrolyseanlage, die jährlich etwa 2.600 Tonnen Wasserstoff produziert. Dieser wird vollständig zu klimaneutralem e-Methanol weiterverarbeitet, das in der Chemieindustrie oder perspektivisch als nachhaltiger Treibstoff eingesetzt werden kann. Michael Strugl, CEO von VERBUND, sieht in dem Projekt mehr als nur eine industrielle Initiative:
„Grüner Wasserstoff ist ein unverzichtbarer Baustein für die Transformation unseres Energiesystems, insbesondere wenn es um die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien und des Schwerverkehrs geht. In diesem Projekt übernimmt Wasserstoff eine sektorübergreifende Schlüsselfunktion und macht das Vorhaben zu einem Vorzeigeprojekt für eine intelligente Energiewende.“
Durch die Integration in die bestehende Bioraffinerie in Hallein werden Reststoffe effizient genutzt. Laut Projektangaben können jährlich bis zu 20.000 Tonnen CO₂ eingespart werden – das entspricht dem Ausstoß von rund 11.000 Pkw pro Jahr.
100 Millionen Euro Förderung
Das Projekt wurde auf EU-Ebene positiv bewertet und von der European Hydrogen Bank für eine nationale Förderung empfohlen. Im Rahmen des österreichischen Wasserstoffförderungsgesetzes erhält es nun rund 100 Millionen Euro. Der Fördervertrag wurde zwischen VERBUND und der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) abgeschlossen.
EU-weit wurden in der zweiten Auktion der European Hydrogen Bank rund 992 Millionen Euro auf 15 Projekte verteilt. Österreich unterstützt im selben Zeitraum vier Projekte mit insgesamt rund 275 Millionen Euro. Die Förderung für Hallein allein entspricht mehr als einem Drittel der festgelegten EU-Mittel dieser Runde.
Unternehmen setzen auf Zukunft
AustroCel Hallein GmbH beschäftigt 342 Mitarbeitende und produziert neben Zellulose auch Bioethanol, Biogas, Fernwärme und Strom für die Region. Für das Unternehmen stellt das Wasserstoffprojekt einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensentwicklung dar. CEO Wolfram Kalt erklärt:
„AustroCel hat sich in den vergangenen Jahren von einem Hidden Champion zu einer international anerkannten Vorzeige-Bioraffinerie entwickelt. Mit einem auf mehreren Säulen basierenden Geschäftsmodell, hoher Innovationskraft und wirtschaftlicher Stärke gilt das Unternehmen heute als Role Model für die Verbindung von industrieller Transformation und Nachhaltigkeit. Wir zeigen hier in Hallein täglich, dass Transformation höchst profitabel sein kann, und haben ein Modell geschaffen, das weit über Österreich hinaus Aufmerksamkeit erzeugt.”
Warum Wasserstoff wichtig ist
Grüner Wasserstoff spielt insbesondere dort eine wichtige Rolle, wo Strom allein nicht ausreicht – etwa in der Stahl- oder Chemieindustrie sowie im Schwerverkehr. Zudem ermöglicht es die Speicherung und den Transport erneuerbarer Energie über Wasserstoff und e-Methanol. Das Projekt in Hallein stellt folglich einen entscheidenden Baustein für den Klimaschutz, die Industrie und die Erhöhung der Energieunabhängigkeit in Österreich dar.


