Im Jahr 2025 hat das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) über 400 Scheinfirmen in Österreich aufgedeckt, die schätzungsweise einen Schaden von 500 Millionen Euro verursacht haben. Der jüngste Fall betrifft Betrug in Millionenhöhe durch manipulierte Registrierkassen in Ostösterreich. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die vor kurzem veröffentlichten Berichte zeigen, dass die Agentur in Wien eine Taxifirma entdeckt hat, die 60.000 Euro an Steuern hinterzogen hat, sowie eine Tankstelle in Wels, die mit illegalen Glücksspielautomaten Gewinne erzielt hat. Diese Fälle sind Teil der kontinuierlichen Bemühungen des ABB, die Steuerkriminalität in Österreich zu bekämpfen.
Das ABB ist als operativ tätige Behörde im Finanzministerium zuständig für die Bekämpfung von (inter)nationaler Steuerkriminalität, deckt Sozialversicherungsbetrug auf und fungiert als Finanzstrafbehörde.
7.200 Verfahren
Im Jahr 2025 hat das ABB der Republik insgesamt 154 Millionen Euro eingebracht, was einem Anstieg von 47 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In diesem Zeitraum wurden über 7.200 Finanzstrafverfahren eingeleitet, 25.981 Betriebe kontrolliert und 128 Hausdurchsuchungen durchgeführt.
Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) betont die Gerechtigkeit dieser Maßnahmen, da 97 Prozent der Österreicher ihre Steuern korrekt zahlen und die Einnahmen in Bildung, Soziales und Gesundheit fließen.
„Jeder Erfolg gegen unlautere und gesetzeswidrige Praktiken hat auch präventive Wirkung und verbessert die Steuermoral. Alle, die glauben, dass es mit Abkürzungen oder Schleichwegen leichter und besser geht, werden erkennen müssen, dass dem nicht so ist“, sagte Marterbauer bei einer Pressekonferenz.
Die größten Fälle aus 2025
Zusätzlich zu den vorher genannten Fällen wurden weitere Betrugsdelikte aufgedeckt, darunter der Vertrieb eines bekannten Anti-Aging-Nahrungsergänzungsmittels, das größtenteils außerhalb des regulären Abgabensystems vertrieben wurde. Hierbei sind 40 Beschuldigte beteiligt, und der entstandene Schaden beläuft sich auf 3,6 Millionen Euro. Das Strafverfahren läuft noch.
Ein weiterer bedeutender Fall betraf einen Obst- und Gemüsegroßhandel, der illegale Arbeitskräfte beschäftigt und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen hat. In diesem Fall wurden in drei Bundesländern fünf Hausdurchsuchungen durchgeführt, bei denen 660.000 Euro in bar sowie Schmuck und Luxusuhren sichergestellt wurden.
Eine ÖGK-Prüfung zeigte zudem, dass ein Personalbereitstellungsunternehmen systematisch Nettolohnvereinbarungen mit ausländischen Mitarbeitern getroffen hat. Es wurden zu Unrecht „Akontozahlungen“ abgezogen, was zu einer Steuerverlust von 2,2 Millionen Euro führte.
Eibinger-Miedl: Es geht um Fairness
Laut Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) schädigen unfaire Geschäftspraktiken nicht nur den Staat, sondern benachteiligen auch die Unternehmen, die sich an die Regeln halten. Die Bekämpfung solcher Praktiken sei daher ein Schritt zu mehr Fairness und Gerechtigkeit im Wirtschaftssystem.
„Wir müssen neue Wege beschreiten, um den Herausforderungen wirksam zu begegnen“, erklärte Eibinger-Miedl. Der Fokus wird zunehmend auf technologiegestützte Lösungen, einschließlich Künstlicher Intelligenz, gelegt, und es wird eine bessere internationale Zusammenarbeit angestrebt.
Was man jetzt von der Politik verlangt
ABB-Vorstand Christian Ackerler betonte den massiven Anstieg von Scheinfirmen, von 197 Fällen im Jahr 2024 auf 411 im Jahr 2025 — ein Anstieg von 108 Prozent. Diese Firmen sollen etwa 500 Millionen Euro Schaden verursacht haben.
In einem Appell an die Politik forderte Ackerler ständigen Austausch und Unterstützung bei rechtsstaatlichen Prüfungen sowie eine verbesserte internationale Zusammenarbeit und IT-Ressourcen zur Bekämpfung von Steuerbetrug.


