Gezielte Drohnenschläge gegen amerikanische Firmen seit Sommer 2024
Seit dem vergangenen Sommer geraten immer wieder Anlagen US-amerikanischer Unternehmen in der Ukraine unter russischen Beschuss. Nach Recherchen der New York Times wurden Einrichtungen von Coca-Cola, Cargill, Boeing, Mondelez und Philip Morris getroffen. Besonders schwer war der Angriff Mitte April auf ein Getreideterminal des Agrarkonzerns Cargill im Süden des Landes. Sieben russische Drohnen attackierten die Anlage innerhalb von drei Minuten. Das Blatt konnte ein Video eines Lastwagenfahrers überprüfen, das den Angriff zeigt. Die Aufnahmen dokumentieren die Wucht und Präzision des Angriffs.
Stille aus Washington trotz wachsender Besorgnis der Konzerne
Obwohl die betroffenen Firmen nach Medienberichten wiederholt ihre Sorge gegenüber US-Regierungsvertretern äußerten, verzichtete die Administration von Präsident Donald Trump auf eine deutliche öffentliche Reaktion. Kein einziger der in diesem Jahr gemeldeten Angriffe wurde offiziell verurteilt. US-Diplomaten in Kiew sowie ukrainische Geschäftsleute und Beamte hatten zuvor Alarm geschlagen. Doch die Antwort aus Washington fiel nach Angaben von drei mit dem Vorgang vertrauten Personen lediglich als Eingeständnis der Besorgnis aus – ohne konkrete Maßnahmen oder öffentliche Verurteilung.
Unternehmen vermeiden Öffentlichkeit aus Angst vor Marktreaktionen
Die betroffenen Konzerne halten sich mit Informationen über die Attacken auffallend zurück. Sie fürchten negative Reaktionen von Investoren und Versicherern. Daten über die Angriffe auf Cargill und Coca-Cola waren zuvor nicht öffentlich bekannt. Andy Hunder, Leiter der Amerikanischen Handelskammer in der Ukraine, sagte: „Die Russen feuern diese Raketen und Drohnen in der Hoffnung ab, dass dadurch der Zuzug amerikanischer Unternehmen in die Ukraine gestoppt wird.“ Die Firmen sehen sich einer gezielten und zunehmend intensiven Kampagne gegen ihre Interessen ausgesetzt. Das Weiße Haus hält sich trotz früherer Zusagen, kommerzielle US-Interessen im Ausland zu schützen, auffallend bedeckt.


