Schwerer kombinierter Angriff auf Kiew und die Region
In der Nacht zum 24. Mai wurde die ukrainische Hauptstadt Kiew sowie das umliegende Gebiet Ziel eines der massivsten kombinierten Luftangriffe seit Kriegsbeginn. Russische Streitkräfte setzten dabei sowohl Kampfdrohnen als auch verschiedene Raketentypen ein, darunter ballistische Waffen. In der Stadt waren mehrfach Explosionen zu hören, die Luftabwehr war im Einsatz. In mehreren Stadtteilen brachen Brände aus.
Nach Angaben ukrainischer Stellen galt der Angriff vorrangig der Hauptstadt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe insgesamt 600 Drohnen und 90 Raketen abgefeuert, davon 36 ballistische. Ein Teil der ballistischen Ziele habe nicht abgefangen werden können; die meisten Treffer seien in Kiew verzeichnet worden. Mindestens zwei Menschen starben in der Hauptstadt, Dutzende wurden verletzt. Auch im Gebiet Kiew gab es Tote und Verletzte. Insgesamt seien durch die nächtliche Attacke landesweit mindestens 83 Menschen zu Schaden gekommen, so Selenskyj.
Erneuter Einsatz der Mittelstreckenrakete ‚Rubesch‘ bestätigt
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Schlag gegen die Gegend um Bila Zerkwa. Zunächst hatten Beobachter und Augenzeugen von einem möglichen Einsatz der Rakete vom Typ „Rubesch“ (auch als „Oreschnik“ bekannt) berichtet. Später bestätigte die ukrainische Luftwaffe offiziell, dass Russland dort eine ballistische Mittelstreckenrakete des Typs RS-26 „Rubesch“ eingesetzt habe. Der Start sei vom Testgelände Kapustin Jar in der russischen Oblast Astrachan erfolgt, sagte Juri Ihnat, Leiter der Kommunikationsabteilung der ukrainischen Luftstreitkräfte.
Auch Präsident Selenskyj bestätigte den Einsatz dieser Waffe. Die Rakete sei gegen Bila Zerkwa gerichtet gewesen, während andere Angriffe einer Wasserinfrastruktur, einem Markt, Wohnhäusern und Schulen galten. Das russische Verteidigungsministerium erklärte ebenfalls, man habe die Rakete „Rubesch“ im Rahmen des Nachtangriffs eingesetzt und dabei militärische sowie Industrieziele beschossen.
Dritter bestätigter Einsatz – Signal der Eskalation
Der Angriff auf die Region Kiew ist der dritte bestätigte Einsatz der Rakete „Rubesch“ durch Russland seit Beginn des groß angelegten Krieges. Die Rakete kann sowohl konventionelle als auch nukleare Sprengköpfe tragen. Ihr Einsatz wird daher nicht nur als militärischer Schlag, sondern auch als demonstratives Eskalationssignal gewertet.
Nach dem nächtlichen Beschuss löschten Rettungskräfte weiterhin Brände und räumten Trümmer in Kiew und der Umgebung. Die Angaben zu Opferzahlen und Schäden können sich im Laufe der Bergungsarbeiten noch ändern.


