Wolfgang Hribernik wird Professor für Advanced Power Systems an der Montanuniversität Leoben
Die Montanuniversität Leoben hat Wolfgang Hribernik auf die Professur „Advanced Power Systems“ berufen, um die Abteilung Energietechnik zu stärken. Hribernik, ursprünglich aus dem Bezirk Hartberg, ist ein international anerkannter Experte für europäische Stromsysteme und Hochspannungs-Gleichstromtechnik (HVDC) mit über 20 Jahren Erfahrung in Forschung, Industrie und Regulierung.
Hribernik studierte Elektrotechnik an der TU Wien und promovierte in der Schweiz in Hochspannungstechnik. Seit 2005 arbeitet er am AIT Austrian Institute of Technology sowie der vormaligen Arsenal Research, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und anschließend in verschiedenen leitenden Positionen. Seit 2018 leitete er das Center for Energy, bevor er 2024 in die Unternehmensgründung wechselte, wo er grenzüberschreitende, privat finanzierte Strominfrastrukturprojekte entwickelt. Diese Tätigkeit wird er neben seiner Professur in Teilzeit mit einem Engagement von 40 Prozent fortsetzen.
Forschungsschwerpunkt auf europäischer Kooperation
In seiner Professur widmet sich Hribernik der Weiterentwicklung des europäischen Stromsystems über nationale Grenzen hinweg. Er untersucht relevante Themen wie Versorgungssicherheit, Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung. Seine Forschung betont die Rolle von Hochspannungs-Gleichstromsystemen, die große Leistungen effizient über weite Distanzen übermitteln können. Die Professur ist eng mit den vorhandenen Aktivitäten der Montanuniversität in der Energiesystemmodellierung verknüpft und schafft Verbindungen zu Lehr- und Forschungsfeldern wie Leistungselektronik und Energieversorgung energieträchtiger Prozesse.
„Der europäische Ansatz liegt mir am Herzen: Um Versorgungssicherheit, Kosten und Dekarbonisierung zu kombinieren, sind neue Planungsansätze und Technologien wie HVDC erforderlich. In Leoben vereinen wir exzellente Methoden mit praxisnaher Arbeit – an dieser Schnittstelle habe ich meine gesamte Karriere gewidmet“, erklärte Hribernik. Er fügte hinzu: „Die entscheidende Arbeit beginnt dort, wo Modellierung und Simulation enden. Es ist essenziell, die Bedeutung der Ergebnisse zu verstehen und in Technik, Regulierung oder Geschäftsmodelle zu übertragen.“
Ausbau der Lehre und Forschung
Hribernik plant zudem, in der Lehre neue Akzente zu setzen. Im kommenden Wintersemester wird er eine Vertiefungsveranstaltung einführen, die Technologien und systemische Fragen des europäischen Stromsystems miteinander verknüpft und einen hohen Praxisbezug herstellen soll. Des Weiteren beabsichtigt er den Aufbau eines Doktorandenteams, das an wenigen, aber international bedeutenden Themen forscht. Die Finanzierung wird durch europäische und kooperative Forschungsprojekte sowie durch Industriepartnerschaften erfolgen.
Einordnung
Mit der Professur „Advanced Power Systems“ wird die Montanuniversität Leoben ihre Kompetenzen in den Bereichen Ressourcen und Energie nachhaltig erweitern. Die verstärkte Ausrichtung auf europäische Zusammenhänge in der Energietechnik ist ein Schritt in Richtung Erreichung der Klimaziele und kann zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsraums Europa beitragen.


