Ausbildungspflicht in Österreich: Positive Bilanz nach zehn Jahren
In Österreich müssen Jugendliche seit 2017 bis zu ihrem 18. Geburtstag eine weitere Ausbildung absolvieren. In den ersten zehn Jahren wurden 36.000 Jugendliche begleitet, die der Pflicht zunächst nicht nachkamen.
Von den begleiteten Jugendlichen konnten in 86 Prozent der Fälle die Anforderungen der Ausbildungspflicht erfolgreich erfüllt werden. Die Regelung, die am Ende des Schuljahres 2016/17 eingeführt wurde, umfasst neben dem Besuch einer weiterführenden Schule auch das Absolvieren von Lehren, überbetrieblichen Ausbildungen sowie vorbereitenden Kursen für Externistenprüfungen.
In Ausnahmefällen ist eine befristete Beschäftigung zulässig, wenn diese den Jugendlichen den Zugang zu einer Ausbildung erleichtert. Für Jugendliche, die die Schule oder Lehre abbrechen, stehen verschiedene Unterstützungsangebote zur Verfügung, darunter das Jugendcoaching des Sozialministeriumservice und das Arbeitsmarktservice (AMS). Diese Institutionen kommen ins Spiel, wenn Jugendliche länger als drei Monate keiner Ausbildung nachgehen.
Unterstützung steht im Mittelpunkt
Sozialministerin Korinna Schumann stellte fest, dass die Auswahl der Ausbildung nicht vorgegeben sei, sondern betonte die Bedeutung von Unterstützung: „Wenn jemand den Anschluss verliert, dann braucht es Unterstützung.“
Zusätzlich wurden neue Maßnahmen eingeführt, wie verpflichtende Perspektivengespräche für Schüler ab der neunten Schulstufe, um die Gründe für einen drohenden Schulabbruch zu ermitteln und alternative Ausbildungswege zu diskutieren. Als letzte Möglichkeit sieht die Regierung die Verhängung von Verwaltungsstrafen für Erziehungsberechtigte vor, die zwischen 100 und 500 Euro liegen können und im Wiederholungsfall bis zu 1.000 Euro betragen.
Einordnung
Die Ausbildungspflicht in Österreich stellt sicher, dass Jugendliche Zugang zu Bildungs- und Ausbildungsangeboten haben. Die positiven Ergebnisse der Begleitung zeigen, dass viele junge Menschen erfolgreich in die Ausbildung integriert werden konnten. Die neuen Maßnahmen zur Unterstützung bei Schulabbrüchen könnten helfen, diese Quote weiter zu erhöhen und die Ausbildungsversorgung zu sichern.


