Cargo Terminal Graz unter Druck durch steigendes Transportvolumen
Der Cargo Terminal Graz (CTG) hat sich durch das rapide Wachstum europäischer Güterströme zu einem zentralen Knotenpunkt im kombinierten Verkehr entwickelt. Die gestiegene Nachfrage führt gegenwärtig zu Kapazitätsengpässen im Betrieb. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt die CTG-Führung auf Prozessoptimierungen, während langfristig zusätzliche Infrastrukturkapazitäten erforderlich sind.
Die Relevanz der Adriahäfen und der südlichen Transportkorridore für die österreichische und europäische Wirtschaft hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Globale Veränderungen in Produktions- und Lieferketten sowie der Anstieg von Containerverkehren haben zu einem signifikanten Wachstum im kombinierten Güterverkehr geführt. Diese Situation ist auch am Cargo Terminal Graz spürbar.
Die Betriebsgesellschaft Cargo-Center-Graz m.b.H. & Co KG (CCG), die Güterterminal Werndorf Projekt GmbH (GWP) sowie die Steiermärkischen Landesbahnen (StB) arbeiten eng zusammen, um den Standort als leistungsfähige Drehscheibe für den kombinierten Güterverkehr auszubauen. Im Jahr 2022 wurde bereits eine Terminalerweiterung basierend auf Bedarfsprognosen von Kunden, Operateuren und Reedereien realisiert. Die neue Anlage, Terminal B, wurde im Oktober 2024 in Betrieb genommen und fokussiert sich auf die Abwicklung des kombinierten Verkehrs zwischen Schiene und Straße. Laut StB-Direktor Ronald Kiss ist es Ziel, den kombinierten Verkehr zu stärken und zahlreiche Güter auf die Schiene zu verlagern. Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht jedoch den Bedarf an weiteren Infrastrukturkapazitäten.
Die Marktentwicklung hat die vorherigen Prognosen übertroffen, und das Transportvolumen hat bereits niveaus erreicht, die erst in den kommenden Jahren erwartet wurden. Besonders seit dem letzten Quartal des Vorjahres ist der Bedarf an Containertransports über die südlichen Häfen und die Schiene stark gestiegen. Dies hat dazu geführt, dass die technischen und infrastrukturellen Kapazitäten des Terminals sowie der angrenzenden Schieneninfrastruktur stark beansprucht werden. Trotz maximaler Auslastung ist eine vollständige Abwicklung der gestiegenen Mengen über den Schienenverkehr nicht mehr möglich. An besonders stark frequentierten Tagen treffen große Mengen von Containern zeitgleich per Lkw ein, was temporär zu starker Überlastung im Zufahrtsbereich führt.
Obwohl der Cargo Terminal Graz als Terminal für kombinierten Verkehr ausgelegt ist, wird er nicht für große Straßen-zu-Straßen-Umschläge konzipiert. Zur Sicherstellung des laufenden Betriebs ist es daher notwendig, die Lkw-Annahme gelegentlich zu dosieren oder vorübergehend zu unterbrechen. Diese Maßnahmen dienen der Aufrechterhaltung des gesamten Betriebs und der Sicherung der Leistungsfähigkeit des Terminals. Die Steiermärkischen Landesbahnen (StB) arbeiten bereits intensiv an kurzfristigen und mittelfristigen Verbesserungsmaßnahmen.
Trotz der eingeleiteten Optimierungen zeigt die Entwicklung deutlich, dass die Nachfrage nach Schienenlogistik und kombinierten Verkehren auch in Zukunft weiter steigen wird. Aus der Perspektive des Terminalbetreibers ist eine nachhaltige Erweiterung der Infrastruktur langfristig notwendig, um sowohl zusätzliche Kapazitäten am Terminal selbst als auch die übergeordnete Schieneninfrastruktur auszubauen. Reinhard Hinrichs und Heimo Kniechtl von der Güterterminal Werndorf Projekt GmbH (GWP) bestätigen, dass die Ausbaumaßnahmen voranschreiten. Verkehrslandesrätin Claudia Holzer ergänzt, dass der Betrieb am Cargo Terminal Graz stabil bleibt und die Herausforderungen aktiv angegangen werden, um die Logistikdrehscheibe für die Steiermark und Österreich langfristig sicherzustellen.
Einordnung
Die Erhöhung der Kapazitäten am Cargo Terminal Graz wird nötig, um der fortschreitenden Nachfrage gerecht zu werden. Langfristig erfordert dies Investitionen in die Infrastruktur, um weiterhin eine verlässliche Logistiklösung in der Region zu gewährleisten. Die steigenden Transportmengen unterstreichen die strategische Bedeutung des Standorts für die nachhaltige Entwicklung des kombinierten Verkehrs in Österreich und Europa.


