SPÖ fordert Maßnahmen gegen hohen Österreich-Aufschlag bei Lebensmitteln in Oberösterreich

Juni 17, 2026 12:39
SPÖ fordert Maßnahmen gegen hohen Österreich-Aufschlag bei Lebensmitteln in Oberösterreich

Lebensmittelpreise: SPÖ fordert Maßnahmen von Wirtschaftsminister

Die Preisunterschiede bei Lebensmitteln zwischen Österreich und Deutschland sorgen für Unmut. SPÖ-Landesparteivorsitzender Martin Winkler verlangt von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, endlich zu handeln.

Die hohen Lebensmittelpreise in Österreich belasten insbesondere die Haushalte in Oberösterreich. Familien aus Wels fahren trotz gestiegener Spritkosten regelmäßig nach Passau, um dort günstiger einzukaufen. Winkler sieht hierin ein politisches Alarmsignal und fordert, den sogenannten Österreich-Aufschlag zu bekämpfen, um die Bevölkerung zu entlasten.

Nach aktuellen Preisvergleichen der Arbeiterkammer sind Lebensmittel in Österreich im Durchschnitt um 26 Prozent teurer als in Deutschland. Von 69 untersuchten Produkten kosten 56 in Österreich mehr. Besonders betroffen sind Grundnahrungsmittel wie Linsen, Reis und passierte Tomaten, deren Preise um bis zu 51 Prozent höher sind. Diese Preissteigerungen belasten vor allem Familien mit Kindern, Rentner sowie Alleinerziehende. Winkler betont, dass die steigenden Kosten für Lebensmittel viele Menschen vor große Herausforderungen stellen.

„Wenn Familien aus Wels, trotz der hohen Spritpreise, einmal im Monat nach Passau fahren, um Lebensmittel einzukaufen, dann ist das ein Armutszeugnis für die österreichische Preispolitik“, sagt Winkler. „Es kann nicht sein, dass Menschen sich den Wocheneinkauf in Österreich kaum leisten können, während dieselben Produkte über der Grenze deutlich günstiger sind.“

Laut Winkler ist es unverständlich, dass selbst Produkte aus österreichischer Produktion in Deutschland günstiger angeboten werden. Er nennt ein Beispiel eines Fruchtsafts, der in Deutschland um einen Euro weniger kostet als in Österreich. Winkler fordert mehr Transparenz und Kontrolle sowie politischen Druck auf Unternehmen, die höhere Preise verlangen. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer müsse sich verstärkt mit dem Handel und Markenartikeln auseinandersetzen, um die Preisaufschläge zu verringern. „Die Menschen brauchen jetzt Entlastung, nicht irgendwann“, so Winkler.

Winkler verlangt ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von überhöhten Lebensmittelpreisen. Dies umfasst mehr Preistransparenz, eine scharfe Beobachtung von Preisaufschlägen und eine Stärkung der Bundeswettbewerbsbehörde. Der Österreich-Aufschlag, der für rund acht Prozent der Preise verantwortlich sei, könne durch konsequentes Handeln signifikant reduziert werden. Oberösterreich dürfe nicht länger als Hochpreisland betrachtet werden.

Einordnung

Die anhaltend hohen Lebensmittelpreise und die damit verbundenen Belastungen für Haushalte erfordern nach Ansicht von Winkler sofortige politische Maßnahmen. Diese könnten die finanzielle Situation vieler Familien verbessern und zu einer gerechteren Preispolitik in Österreich führen.

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