Eispreis steigt deutlich in Österreich wegen erhöhten Rohstoffkosten

Juni 20, 2026 09:10
Eispreis steigt deutlich in Österreich wegen erhöhten Rohstoffkosten

Preise für Speiseeis in Österreich im Vergleich zu Deutschland

Österreichische Verbraucher zahlen für Speiseeis-Produkte durchschnittlich 50 Prozent mehr als in Deutschland, wie die Organisation Foodwatch Österreich in ihrem aktuellen Eis-Check festgestellt hat. Diese Preisunterschiede sind besonders auffällig an der Supermarktkasse.

Insgesamt wurden 20 Speiseeis-Produkte untersucht. Das Resultat zeigt, dass der Preisunterschied in einzelnen Fällen sogar bis zu 78 Prozent beträgt. Ein Beispiel sind Magnum-Mini, die in Österreich für 7,99 Euro verkauft werden, während die gleiche Packung in München nur 4,49 Euro kostet. Bei Calippo liegt der Preisunterschied bei 70 Prozent und bei Viennetta bei 67 Prozent. Mehr als die Hälfte der untersuchten Produkte ist in Österreich teurer als in Deutschland.

„Der Eis-Check zeigt einmal mehr: Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich werden systematisch zur Kasse gebeten. Es geht nicht um ein paar Cent Unterschied, sondern um Preisaufschläge von bis zu 78 Prozent für dieselben Produkte, von denselben Konzernen“, äußerte Miriam Maurer von Foodwatch.

Maurer betrachtet den Österreich-Aufschlag als Ergebnis eines unfairen Systems, das es zu beenden gilt. Ihrer Ansicht nach basieren die Preisunterschiede auf territorialen Lieferbeschränkungen im europäischen Lebensmittelmarkt, welche künstliche Preisgrenzen aufrechterhalten. Unternehmen profitieren vom EU-Binnenmarkt, während österreichische Konsumenten von günstigeren Einkaufsmöglichkeiten ausgeschlossen werden.

Der österreichische Lebensmittelhandel muss zu höheren Preisen einkaufen, was zu den Preisaufschlägen führt, die an die Kunden weitergegeben werden. Diese Problematik beginnt bereits im Einkauf und nicht erst an der Kasse.

Einordnung

Die Diskussion um ein Verbot territorialer Lieferbeschränkungen ist aktuell auf EU-Ebene im Gange. Ein solches Gesetz würde potenziell zu faireren Preisen führen. Foodwatch Österreich fordert Konsumenten auf, eine Petition gegen diese Beschränkungen zu unterschreiben, um die prekären Preisverhältnisse zu ändern.

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