Verändertes Suchverhalten von Urlaubern
Eine Analyse der Online-Marketing-Agentur eMAGNETIX zeigt, dass potenzielle Gäste ihr Informations- und Suchverhalten in Bezug auf Reisedestinationen entscheidend ändern. Das Whitepaper wurde anlässlich des Welttourismustages veröffentlicht und stellt fest, dass die Bedeutung loser Informationssuche und Buchungskanäle stetig zunimmt.
Die Untersuchung ergab, dass das Google-Suchvolumen für Urlaubsreisen nach Österreich seit mehreren Jahren rückläufig ist. Von rund 8,5 Millionen Suchanfragen im Jahr 2024 sank die Zahl auf etwa 7,1 Millionen im Jahr 2025. Im ersten Halbjahr 2026 fiel das Suchvolumen in den Märkten Österreich, Deutschland, Niederlande, Schweiz, Italien und USA um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Laut eMAGNETIX ist dies jedoch nicht gleichbedeutend mit einem schwindenden Interesse an Österreich-Reisen. Die Suche nach Informationen erfolgt nun über eine Vielzahl digitaler Kanäle, wobei künstliche Intelligenz, soziale Medien und Buchungsplattformen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Unterschiede zwischen den Herkunftsmärkten
Die Analyse zeigt außerdem, dass sich die Herkunftsmärkte stark unterscheiden. Deutschland führt mit einem Anteil von rund 36 Prozent an der Suchnachfrage, gefolgt von Österreich (22 Prozent) und den Niederlanden (16 Prozent). Die USA machen etwa 10 Prozent der Suchanfragen aus, während die Schweiz und Italien jeweils ungefähr 8 Prozent beisteuern.
Unterschiede zeigen sich auch bei den bevorzugten Unterkunftsarten: Niederländische Urlauber suchen hauptsächlich Campingplätze, während Hotels für Gäste aus Italien und den USA priorisiert werden. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass touristische Angebote und Marketingstrategien auf die spezifischen Marktbedürfnisse zugeschnitten werden müssen.
Regionale Unterschiede in der digitalen Suche
Ein Blick auf die österreichischen Bundesländer offenbart, dass das digitale Interesse nicht immer mit den tatsächlichen Reisebuchungen übereinstimmt. Wien verzeichnet rund 30 Prozent der regionalen Suchanfragen, erreicht aber nur 13 Prozent der landesweiten Nächtigungen. Tirol, mit 17 Prozent der Suchanfragen, erzielt 32 Prozent der Nächtigungen, während Salzburg auf 12 Prozent Suchanfragen und 20 Prozent Nächtigungen kommt.
Diese Diskrepanz zwischen Online-Interesse und tatsächlichen Buchungen macht es für Tourismusbetriebe erforderlich, potenzielle Gäste gezielt über den gesamten digitalen Reiseprozess hinweg anzusprechen.
Einordnung
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hotels nicht mehr ausschließlich über Google sichtbar sein müssen. Eine Präsenz auf diversen digitalen Kanälen, einschließlich KI-Suchanwendungen und sozialen Medien, wird zunehmend entscheidend. Künstliche Intelligenz verändert das Informationsverhalten der Reisenden nachhaltig, wodurch eine neue Strategie zur Sichtbarkeit auf verschiedenen Plattformen unabdingbar wird.


