Russische Sicherheitskräfte haben den bekannten Unternehmer aus Sankt Petersburg Ilja Traber, auch unter dem Spitznamen „Antikvar“ bekannt, festgenommen. Zudem suchten Vertreter der Strafverfolgungsbehörden den langjährigen Geschäftsmann Gennadi Petrow auf, der seit Jahren als Teil des wirtschaftlichen und politischen Umfelds des Kremls gilt.
Beide Männer werden dem Netzwerk aus Sankt Petersburg zugerechnet, das Wladimir Putin in den 1990er-Jahren beim Aufbau seines politischen Einflusses unterstützte. Traber, der sowohl in der Wirtschaft als auch mit dem kriminellen Milieu in Verbindung gebracht wurde, befindet sich inzwischen in Gewahrsam. Petrow erhielt Besuch von Vertretern der Sicherheitsbehörden. Über den genauen Zweck dieser Maßnahmen wurden bislang keine offiziellen Angaben gemacht.
Spekulationen über Machtkämpfe innerhalb der Elite
Die Vorgänge haben unter russischen politischen Beobachtern Spekulationen ausgelöst, wonach der Kreml zunehmend gegen ehemalige Vertraute vorgehen könnte. Einige Analysten sehen darin Hinweise auf verschärfte Machtkämpfe innerhalb der russischen Elite.
Andere Beobachter vertreten die Ansicht, dass sich das politische System inzwischen von den Persönlichkeiten löst, die in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren maßgeblich zu seiner Entstehung beigetragen haben. Demnach bietet selbst langjährige Loyalität gegenüber der Staatsführung keinen verlässlichen Schutz mehr.
Keine offiziellen Erklärungen
Weder Ilja Traber noch Gennadi Petrow haben sich bislang öffentlich zu den Vorgängen geäußert. Auch russische Behörden veröffentlichten bislang keine offizielle Begründung für die Sicherheitsmaßnahmen.
Die Entwicklungen werden von Experten aufmerksam verfolgt, da sie als möglicher Hinweis auf Veränderungen innerhalb der politischen und wirtschaftlichen Machtstrukturen Russlands gelten.


