Italien weist zwei russische Militärattachés wegen Spionage aus

Juli 10, 2026 20:07
Italien weist zwei russische Militärattachés wegen Spionage aus
Italien weist zwei russische Militärattachés wegen Spionage aus

Italien hat zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft in Rom des Landes verwiesen. Der italienische Vizepremier und Außenminister Antonio Tajani gab am 9. Juli 2026 bekannt, dass die beiden Militärattachés Iwan Gorbatschow und Michail Astachow binnen drei Tages Italien verlassen müssen. Tajani bezeichnete die Aktion Moskaus als „hybride Waffe“ gegen den Westen und Italien.

Die Ausweisung steht im Zusammenhang mit der kürzlichen Festnahme zweier ehemaliger italienischer Geheimdienstmitarbeiter. Die beiden Italiener werden beschuldigt, geheime Informationen an russische Diplomaten weitergegeben zu haben.

Geheimdienstliche Infiltration

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und der Carabinieri hatten die Festgenommenen im Austausch gegen Geldzahlungen klassifizierte Informationen über die nationale Sicherheit Italiens übermittelt. Der Inlandsgeheimdienst AISI (Agenzia Informazioni e Sicurezza Interna) deckte auf, dass die Russen die früheren Geheimdienstmitarbeiter angeworben hatten, um an Daten zur nationalen Rüstungsproduktion zu gelangen. Die Beschuldigten sollen zudem Namen anderer Abwehrmitarbeiter preisgegeben haben, was italienische Geheimdienstoperationen gefährdete.

####NATO-Satellitentechnologie im Visier
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass die ehemaligen italienischen Geheimdienstmitarbeiter detaillierte Informationen über die Satellitenüberwachung und Weltraumgeoinformationen der NATO an Russland weiterleiteten. Dies belege, so die Ermittler, dass Russland systematisch nachrichtendienstliche und subversive Aktivitäten in Italien durchführe und versuche, seinen Einfluss in allen Schlüsselbereichen zu verstärken.

Moskau droht mit Vergeltung

Das russische Außenministerium kündigte über die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti eine Reaktion auf die öffentliche Ausweisung der Diplomaten an. Die Ereignisse in Italien reihen sich in eine Serie ähnlicher Fälle in Europa ein, bei denen russische Diplomaten unter dem Deckmantel ihrer offiziellen Tätigkeit Spionage betrieben haben sollen.

Die italienischen Behörden werten die Vorfälle als Teil einer aggressiven hybriden Kriegsführung Russlands gegen westliche Demokratien. Der Fall zeigt erneut, wie Russland seinen diplomatischen Apparat nutzt, um an militärisch-technische und verteidigungspolitische Informationen zu gelangen und damit die Sicherheit der NATO und ihrer Mitgliedsstaaten zu untergraben.

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