NÖ Transportwirtschaft fordert weniger Bürokratie und einheitliche Mautregelungen

August 16, 2026 13:30
NÖ Transportwirtschaft fordert weniger Bürokratie und einheitliche Mautregelungen

Niederösterreichs Transportwirtschaft fordert Bürokratieabbau und niedrigere Lohnnebenkosten

Niederösterreichs Transport- und Verkehrswirtschaft fordert in Anbetracht der aktuellen Wirtschaftslage umfassende Entlastungen. Der Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer Niederösterreich zeigt, dass 91,2 Prozent der Unternehmen den Abbau von Bürokratie als entscheidend für den Wirtschaftsstandort erachten. 83,2 Prozent messen niedrigeren Lohnnebenkosten, den zusätzlichen Aufwendungen neben dem Bruttolohn, hohe Bedeutung bei. „Der Bürokratieabbau muss verstärkt werden, und bei den Lohnnebenkosten sind weitere Schritte notwendig“, erklärt Beate Färber-Venz, Spartenobfrau der Branche.

Die Aussichten für die Transportwirtschaft bleiben angespannt. Nur knapp 20 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine höhere Kapazitätsauslastung, die die tatsächliche Nutzung von Fahrzeugen und Personal beschreibt. 33 Prozent rechnen mit stagnierenden Verhältnissen, während 47 Prozent einen Rückgang befürchten. In Bezug auf die Auftragslage prognostizieren ebenfalls nur 20 Prozent eine Verbesserung, während 52 Prozent mit weniger neuen Aufträgen rechnen. Färber-Venz betont die Notwendigkeit positiver Signale für Unternehmen und deren Kunden in dieser Situation.

Besonders scharf kritisiert Färber-Venz die geplanten Mautregelungen im Burgenland. Diese würden möglicherweise „existenzbedrohende Maut-Fleckerlteppiche“ schaffen, die unterschiedliche Mautkosten auf einzelnen Straßen zur Folge hätten und zusätzliche finanzielle Belastungen für Transportunternehmen nach sich ziehen könnten. „Wir brauchen keine neuen Verteuerungen, die die Inflation anheizen und regionale Wirtschaftskreisläufe belasten“, so Färber-Venz. In Niederösterreich gibt es aktuell 6.520 aktive Unternehmen in der Sparte Transport und Verkehr, die rund 46.750 Mitarbeiter beschäftigen und etwa 500 Lehrlinge ausbilden.

Einordnung

Die Forderungen der Transportwirtschaft nach weniger Bürokratie und niedrigeren Lohnnebenkosten zielen darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern. Die Kritik an den geplanten Mautregelungen könnte erhebliche Auswirkungen auf die Kostenstruktur und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen haben, was die regionalen Wirtschaftsverhältnisse nachhaltig beeinflussen könnte.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Explosionen treffen Munitionsstandorte in Bulgarien und Italien
Vorheriger artikel

Explosionen treffen Munitionsstandorte in Bulgarien und Italien

Ex-Polizeichef aus Syrien in Wien festgenommen
Nächster artikel

Ex-Polizeichef aus Syrien in Wien festgenommen

Nicht verpassen