Im ehemaligen Dianabad ist nach knapp fünf Jahren Leerstand neues Leben eingekehrt. Ein Hallenbad für die Leopoldstadt bleibt dennoch aus.
WIEN/LEOPOLDSTADT. Das Dianabad hat einst Wienerinnen und Wienern einen Ort der Erholung und Begegnung geboten. Obwohl in den Hallen heute kein Wasser mehr sprudelt und Schwimmen dort der Vergangenheit angehört, ist neues Leben eingezogen: Das Indoor-Ruderstudio „Row Inc.“ nutzt nun die Räumlichkeiten. Darüber berichtet Welt Stimme.
Dennoch bleibt der Wunsch vieler Bewohnerinnen und Bewohnern nach einem eigenen Hallenbad im Bezirk lebendig. Auch Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ) hatte sich im Zuge der Wien-Wahl dafür stark gemacht. Heute klingt das zurückhaltender: „Derzeit gibt es keine neuen Entwicklungen in Bezug auf ein eigenes Hallenbad in der Leopoldstadt. Natürlich würde ich mir ein eigenes Hallenbad im Bezirk wünschen, allerdings zeigt sich, dass die Auslastung der bestehenden Bäder in den benachbarten Bezirken über das Jahr hinweg nicht durchgehend hoch ist“, erklärt er.
Kein Hallenbad in Sicht
Auch vonseiten der Wiener Bäder ist kein Neubau geplant. Sprecher Martin Kotinsky meint dazu: „Es gibt keine Pläne, ein Hallenbad in der Leopoldstadt zu errichten. Im Übrigen sehe ich ein bezirksbezogenes Denken für Hallenbäder nicht zielführend.“ Weiter erklärt er, dass es in Wien ein flächendeckendes Angebot an Schwimmhallen gebe, das zuletzt 2024 (Großfeldsiedlung) und 2025 (Simmering) erweitert wurde.
„Ein Hallenbad in jedem Bezirk kann es nicht geben“, betont er. Auch geografisch sei die Leopoldstadt gut angebunden. Das Brigittenauer Bad liege in der Nähe, ebenso sind Bäder wie Donaustadt, Amalienbad oder die Therme Wien mit der U1 gut erreichbar.
Ein Ort mit Geschichte
Das Dianabad blickt auf eine über 200-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich als „Baadhaus“ 1810 an der Oberen Donaustraße 93–95 eröffnet, ermöglichte es den wohlhabenden Bürgerinnen und Bürgern, in Zinkwannen mit erwärmtem Wasser zu baden.
Mit der Erweiterung in den Jahren 1841 bis 1843 entstand die erste überdachte Schwimmhalle Europas, ein architektonisches Meisterwerk, das nicht nur als Badeanstalt, sondern auch als gesellschaftlicher Treffpunkt diente.
Nach schweren Kriegszerstörungen wurde das Bad mehrfach neu eröffnet, zuletzt 2000 unter dem Namen „Diana-Erlebnisbad“ in einem Bürokomplex an der Lilienbrunngasse. Finanziert von Raiffeisen und Uniqa, bot es über zwei Jahrzehnte ein vielfältiges Freizeitangebot. Doch mit dem Ende der 20-jährigen Förderlaufzeit kam auch das Aus: Am 31. Oktober 2020 schloss das Erlebnisbad seine Tore. Die Stadt Wien verzichtete auf eine Übernahme – zu hoch wären die notwendigen Sanierungskosten gewesen.


