Neues Forschungszentrum für Eisenbahn eröffnet
GRAZ. Die TU Graz hat das neue Railway and Infrastructure Laboratory („RaIL“) eröffnet, ein europaweit einzigartiges Zentrum zur Erforschung von Gleissystemen. Die etwa vier Millionen Euro teure Anlage ermöglicht Tests unter realistischen Bedingungen.
Das Labor wird Antworten auf zentrale Fragestellungen der Eisenbahnforschung liefern, insbesondere zur Belastbarkeit von Gleisen über Jahrzehnte. Das neue Prüfzentrum bietet die Möglichkeit, das komplette Gleissystem – von der Schiene über Schwellen bis zum Untergrund – zu untersuchen, was Schwachstellen frühzeitig erfassbar macht. Dies soll die Entwicklung neuer Bauteile beschleunigen.
Der Prüfstand, das Herzstück des Labors, misst fünf Meter und nutzt hydraulische Zylinder, um die Kräfte nachzubilden, die durch schwere Züge entstehen. Zusätzlich gibt es ein Prüf- und Aufspannfeld von neun mal fünf Metern für größere Bauteile. Diese Tests umfassen unter anderem Schienenbefestigungen und Übergänge zu Brücken. „Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Praxis zu bringen und damit einen Beitrag zu einer leistungsfähigen und klimaresilienten Bahn zu leisten“, sagte Ferdinand Pospischil, Leiter des Instituts für Eisenbahn-Infrastrukturdesign.
Darüber hinaus kann im Labor die Feuchtigkeit des Gleisuntergrunds gezielt verändert werden. Diese Untersuchungen sind bedeutend, um die Auswirkungen von unterschiedlichen Wetterbedingungen auf die Stabilität und Lebensdauer von Gleisen zu analysieren, was für die zukünftige Bahninfrastruktur wichtig ist.
Die Finanzierung des Labors erfolgte durch die TU Graz, die Forschungsförderungsgesellschaft FFG und mit Unterstützung der Voestalpine. Auch Studierende werden die Möglichkeit haben, am neuen Prüfstand praktische Erfahrungen zu sammeln.
Einordnung
Das Railway and Infrastructure Laboratory wird die Forschung in der Bahntechnologie vorantreiben, indem es präzisere Tests und schnellere Anwendungsentwicklung ermöglicht. Dies ist entscheidend für die Anpassung der Bahninfrastruktur an zukünftige klimatische Herausforderungen.


