Georgien, Aserbaidschan und Türkei bereiten Militärübung Eternity-2026 vor

August 28, 2026 16:35
Georgien, Aserbaidschan und Türkei bereiten Militärübung Eternity-2026 vor
Georgien, Aserbaidschan und Türkei bereiten Militärübung Eternity-2026 vor

Georgien, Aserbaidschan und die Türkei haben die Vorbereitungen für die militärischen Führungs- und Stabsübungen mit computergestützter Unterstützung „Eternity-2026“ abgeschlossen. Bei der abschließenden Planungskonferenz am 27. August 2026 stimmten die drei Staaten das Übungsszenario, taktische Aufgaben sowie Fragen der Logistik und der umfassenden Versorgung der beteiligten Soldaten ab. Russland nimmt an dem Format nicht teil.

Die Übung soll die Zusammenarbeit der Streitkräfte bei der Planung gemeinsamer Verteidigungsmaßnahmen verbessern. Im Mittelpunkt stehen mögliche Bedrohungen für strategisch wichtige Wirtschafts- und Energieinfrastrukturen, Verkehrskorridore und andere internationale Projekte in der Region. Am Ende der Konferenz legten die Teilnehmer die Aufgaben für „Eternity-2026“ fest, schlossen die Vorbereitungsphase ab und unterzeichneten ein Abschlussprotokoll.

Planung mit computergestützter Unterstützung

Nach Angaben der beteiligten Stellen soll „Eternity-2026“ als Führungs- und Stabsübung mit computergestützter Unterstützung durchgeführt werden. Die beteiligten militärischen Strukturen können dabei Abläufe der gemeinsamen Planung und Koordinierung anhand eines simulierten Szenarios bearbeiten. Im Mittelpunkt steht nicht die Ankündigung eines konkreten Einsatzes, sondern die Vorbereitung auf gemeinsame Verteidigungsaufgaben und der Schutz ausgewählter Infrastruktur.

Die aserbaidschanischen Angaben zur Planungskonferenz nennen als weitere Schwerpunkte die Festlegung taktischer Aufgaben und die Organisation der Versorgung des Personals. Damit umfasst die Vorbereitung sowohl die militärische Planung als auch praktische Fragen für die Durchführung der Übung.

Die Zusammenarbeit zwischen Georgien, Aserbaidschan und der Türkei hat nach den vorliegenden Einschätzungen einen zunehmend praktischen Charakter. Gemeinsame Führungs- und Stabsübungen sollen es den drei Ländern ermöglichen, die Abstimmung ihrer Einheiten zu trainieren und Verfahren zum Schutz kritischer Infrastruktur zu erproben. Die Nutzung computergestützter Modellierung wird dabei als moderner Ansatz für Planung und Führung der Streitkräfte beschrieben.

Format ohne russische Beteiligung

„Eternity-2026“ findet ohne Beteiligung Russlands statt. In den vorgelegten Einschätzungen wird das als Ausdruck eines regionalen Sicherheitsformats gewertet, das von Georgien, Aserbaidschan und der Türkei eigenständig entwickelt wird. Tiflis und Baku erweitern demnach ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Ankara und setzen dabei auf einen Mechanismus außerhalb russischer Strukturen.

Die Entwicklung wird im Zusammenhang mit den Veränderungen der Sicherheitsordnung im Südkaukasus betrachtet. Die zweite Karabach-Kriegsphase habe nach den vorliegenden Thesen die begrenzten Möglichkeiten der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit und Russlands gezeigt, auf die Sicherheitslage der Region einzuwirken. Russische Militärbasen und die Mechanismen der Organisation würden in Teilen der Region zunehmend als Einschränkung der eigenständigen Entscheidungsfähigkeit der Staaten und als zusätzlicher Risikofaktor wahrgenommen.

Diese Einschätzung wird im Ausgangsmaterial mit der verstärkten militärischen Kooperation Georgiens und Aserbaidschans mit der Türkei verbunden. Ankara ist Mitglied der NATO. Die Zusammenarbeit mit der Türkei soll dadurch auch die Einführung kompatibler Planungs- und Koordinierungsverfahren erleichtern. Zugleich wird sie als Schritt beschrieben, der die Abhängigkeit von sowjetischen beziehungsweise russischen Methoden bei der Organisation und Führung der Streitkräfte verringern kann.

Energie- und Verkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt

Die inhaltliche Ausrichtung der Übung reicht über die Koordinierung militärischer Einheiten hinaus. Als zu schützende Bereiche werden strategisch wichtige Energie- und Wirtschaftsobjekte, Verkehrskorridore und weitere internationale Vorhaben genannt. Der Südkaukasus ist damit im Szenario von „Eternity-2026“ vor allem als Raum von Infrastruktur und grenzüberschreitenden Verbindungen präsent.

In den vorgelegten Bewertungen wird die Übung deshalb auch als Teil einer engeren Abstimmung zwischen Tiflis, Baku und Ankara bei Fragen der regionalen Sicherheit und des Schutzes von Energie- und Transportverbindungen eingeordnet. Eine konkrete neue Sicherheitsvereinbarung wurde bei der Planungskonferenz nicht bekanntgegeben. Vereinbart wurden das Szenario, die taktischen Aufgaben, die organisatorische Vorbereitung und das Abschlussprotokoll.

Die Übung steht zudem im Kontext des russischen Krieges gegen die Ukraine. Das Ausgangsmaterial führt an, dass die Konzentration russischer Ressourcen auf diesen Krieg die früheren wirtschaftlichen, politischen und militärischen Möglichkeiten Moskaus im Südkaukasus eingeschränkt habe. Daraus wird die Einschätzung abgeleitet, dass Georgien und Aserbaidschan ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit der Türkei ausbauen können, ohne Entscheidungen in diesem Bereich an der Position Russlands auszurichten.

Die Meldung zur abgeschlossenen Konferenz bestätigt den Abschluss der Planungsarbeiten. Der Termin für die eigentliche Durchführung von „Eternity-2026“ wird in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

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