Gewalt im Westjordanland: Israelis belagern palästinensisches Dorf
In einem seit Wochen von israelischen Siedlern belagerten Dorf im Westjordanland ist es erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Laut der israelischen Armee haben sich Dutzende Siedler in einem palästinensischen Haus verschanzt, während auch palästinensische Einwohner anwesend waren.
Die israelischen Sicherheitskräfte intervenierten, um die Randalierer aus dem Haus zu entfernen und die Gruppen zu trennen. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden Fahrzeuge der Randalierer beschlagnahmt und an die Polizei übergeben, um im Rahmen laufender Ermittlungen ausgewertet zu werden. Palästinensische Medien berichten hingegen, dass die Siedler von Soldaten geschützt wurden, während mehrere Palästinenser durch den Einsatz von Pfefferspray verletzt wurden. Zudem setzte eine Gruppe von Siedlern umliegende Felder in Brand.
Radikale Siedler belagern seit drei Wochen mehrere Häuser in Qusra. Bewohner und Aktivisten beschweren sich, dass die israelische Armee nicht entschlossen genug gegen diese Aggression vorgeht. Immer wieder wird den Sicherheitskräften vorgeworfen, sich teilweise auf die Seite der aggressiven Siedler zu stellen.
Die israelische Regierung bekräftigt unterdessen den Ausbau von Siedlungen im Westjordanland. Seit Amtsantritt Ende 2022 wurden über 100 neue Siedlungen genehmigt. Diese sind nach Völkerrecht illegal und müssten laut dem Internationalen Gerichtshof umgehend geräumt werden.
Einordnung
Die fortwährenden Gewaltakte der Siedler zeigen eine zunehmende Eskalation der Spannungen im Westjordanland. Dies führt zu einer weiteren Verschärfung der humanitären Lage und verstärkt die internationale Kritik an Israels Siedlungspolitik, die als völkerrechtlich umstritten gilt.


