Kindliches Verhalten im Straßenverkehr und Unfallrisiko
Der ÖAMTC warnt vor den speziellen Verhaltensweisen von Kindern im Straßenverkehr, die das Unfallrisiko erhöhen. Verkehrspsychologin Marion Seidenberger weist darauf hin, dass vor allem kleinere Volksschulkinder im Straßenverkehr unberechenbarer agieren.
Seidenberger erläutert, dass ein sechs- bis siebenjähriges Kind für eine Strecke von 500 Metern unter besten Bedingungen etwa acht bis zehn Minuten benötigt, während Erwachsene diese Distanz in fünf bis sechs Minuten zurücklegen.
Schrittlängen und Unfallrisiken
Die durchschnittliche Schrittlänge von Volksschulkindern liegt bei 40 bis 55 Zentimetern, während Erwachsene 60 bis 80 Zentimeter erreichen. Daraus ergibt sich, dass Kinder für 500 Meter rund 1.000 Schritte benötigen, während Erwachsene etwa 700 Schritte zurücklegen.
Zusätzliche Faktoren wie Angst, Unsicherheit oder Ablenkung können die Schrittlänge um zehn bis 30 Prozent verringern. Diese erhöhten Schritte und unregelmäßigen Bewegungen machen es anderen Verkehrsteilnehmenden schwerer, das Verhalten der Kinder richtig einzuschätzen, wodurch das Risiko für Stürze ansteigt.
Unfallstatistik auf Schulwegen
Im Jahr 2025 gab es 566 verletzte Kinder als Fußgänger im Straßenverkehr, darunter zwei tödliche Fälle. Von diesen Unfällen ereigneten sich 185 auf dem Schulweg, wobei ein Kind ums Leben kam.
Eltern werden geraten, ihren Kindern beim Gehen nicht unnötig Druck zu machen und für eine 500-Meter-Strecke etwa zehn Minuten einzuplanen. Zudem empfiehlt der ÖAMTC, den Schulweg vor Schulbeginn unter realen Bedingungen zu üben.
Einordnung
Diese Empfehlungen zielen darauf ab, die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu erhöhen. Durch das rechtzeitige Einplanen von Schulwegzeiten und das Training der Routen soll das Bewusstsein sowohl bei Kindern als auch bei Verkehrsteilnehmenden für die Gefahren im Straßenverkehr geschärft werden.


