Russische Streitkräfte haben in der Nacht auf den 1. September 2026 die Ukraine mit einer kombinierten Raketen- und Drohnenattacke angegriffen. Der Schwerpunkt lag auf Kiew und der Region Kiew. Nach den vorliegenden Angaben kamen in der Hauptstadt und im Umland zwölf Menschen ums Leben, 14 weitere wurden verletzt, darunter vier Kinder. Auch Eisenbahnanlagen in Kiew sowie der Grenzübergang Orliwka an der Grenze zu Rumänien waren betroffen.
Bei dem Angriff wurden nach Angaben von Monitoring-Ressourcen 18 ballistische Raketen des Typs Iskander-M, darunter auch Varianten mit Streumunition, zwei 3M22-Zirkon-Raketen, sechs Marschflugkörper vom Typ Kalibr und 218 unbemannte Fluggeräte eingesetzt. Unter den Drohnen befanden sich auch reaktive Modelle. Die Angriffe erfolgten aus mehreren Richtungen und erstreckten sich über mehrere Regionen der Ukraine.
Schäden und Opfer in Kiew
In Kiew wurden in der Nacht Schäden in den Bezirken Solomjanskyj, Darnyzkyj, Holossijiwskyj und Dniprowskyj registriert. Im Bezirk Solomjanskyj kam es nach dem Absturz von Trümmern zu einer teilweisen Zerstörung und zu einem Brand in einem Wohnhaus.
Die schwersten Folgen wurden im Bezirk Darnyzkyj gemeldet. Dort lösten Trümmer und direkte Einschläge großflächige Brände aus. Einer der Angriffe traf Anlagen der ukrainischen Eisenbahn Ukrsalysnyzja. Sieben Beschäftigte des Unternehmens starben, ein weiterer Eisenbahner wurde in schwerem Zustand in ein Krankenhaus gebracht. An einer anderen Adresse wurden durch die Druckwelle zwei Zivilpersonen verletzt.
Im Bezirk Holossijiwskyj schlugen Trümmer einer Drohne in ein nicht zu Wohnzwecken genutztes Gebäude ein und verursachten einen Brand. Dabei kam eine Person ums Leben. Im Bezirk Dniprowskyj wurden Brände in einem nicht bebauten beziehungsweise gewerblich genutzten Bereich registriert. Brennende Trümmer beschädigten dort abgestellte Fahrzeuge und zerstörten Fensterscheiben an umliegenden Gebäuden.
Die Angaben zur Opferzahl in den vorliegenden Informationen weichen teilweise voneinander ab. In der zusammenfassenden Darstellung ist von zwölf Toten die Rede: acht in Kiew, darunter sieben Beschäftigte eines Eisenbahnobjekts, und vier in der Region. In einem späteren Thesenpapier werden dagegen neun Todesopfer genannt, davon acht in Kiew und eine Person in Boryspil. Die Zahl der Verletzten wird in beiden Darstellungen mit 14 angegeben.
Eisenbahninfrastruktur getroffen
Ein Schwerpunkt des Angriffs lag auf der Eisenbahninfrastruktur der Hauptstadt. Der Vorstandsvorsitzende der Ukrsalysnyzja, Oleksandr Pertsowskyj, teilte mit, dass ein Eisenbahndepot und weitere Anlagen durch ballistische Raketen getroffen worden seien. Ein Produktionsbereich wurde zerstört, mehrere Brände brachen aus. Auf einzelnen Strecken musste der Zugverkehr vorübergehend eingeschränkt werden.
Die Einschränkungen betrafen damit nicht nur beschädigte Gebäude, sondern auch den laufenden Bahnbetrieb in der Hauptstadt. Weitere Angaben zur Dauer der Unterbrechungen lagen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Angriff auf Boryspil und weitere Regionen
Auch die Region Kiew wurde angegriffen. In Boryspil wurde ein fünfstöckiges Wohnhaus beschädigt. Einsatzkräfte evakuierten 48 Menschen. Auf einem Parkplatz in der Nähe gerieten Fahrzeuge in Brand.
Die russischen Raketen und Drohnen waren in der Nacht außerdem über nördlichen, zentralen, südlichen und östlichen Regionen der Ukraine festzustellen. In Nowhorod-Siwerskyj in der Region Tschernihiw griffen russische Drohnen mindestens sechsmal ein Unternehmen an. Drohnen wurden auch in Richtung Charkiw, Odessa, Saporischschja und weiterer Orte in der Region Odessa gemeldet.
Besonders betroffen war der internationale Grenzübergang Orliwka an der ukrainisch-rumänischen Grenze. Nach einem Drohnenangriff wurde die Abfertigung von Personen und Fahrzeugen dort vorübergehend eingestellt. Der Übergang ist Teil der Verbindung zwischen der Ukraine und dem EU-Mitglied Rumänien. Angaben über die Dauer der Unterbrechung oder über Schäden an rumänischen Einrichtungen wurden nicht gemacht.
Militärische Mittel und politische Forderungen
Die vorliegenden ukrainischen Einschätzungen ordnen den Angriff als Kombination aus ballistischen und luftgestützten Waffen sowie einer großen Zahl von Drohnen ein. Genannt werden dabei sowohl Iskander-M-Raketen als auch Zirkon- und Kalibr-Flugkörper. Die gleichzeitige Verwendung unterschiedlicher Waffentypen wird als Versuch beschrieben, die ukrainische Luftverteidigung zu überwinden.
In den politischen Forderungen wird auf zusätzlichen Bedarf an Patriot-Systemen und weiteren Abwehrmitteln verwiesen, die ballistische und besonders schnelle Ziele bekämpfen können. Gleichzeitig wird eine ausreichende Versorgung mit Abfangraketen gefordert. Die Angriffe hätten sich nach den vorliegenden Angaben über mehrere Tage mit nahezu ununterbrochenen Drohneneinsätzen gegen Kiew und andere ukrainische Städte angekündigt.
Darüber hinaus wird eine Verschärfung der Sanktionen gegen die russische Produktion von Raketen und Drohnen gefordert. Genannt werden strengere Kontrollen bei der Lieferung von Mikroelektronik, Navigationsmodulen, optischen Komponenten, Motoren, Werkzeugmaschinen und anderen Gütern mit doppeltem Verwendungszweck. Auch Banken, Handelsunternehmen und Vermittler in Drittstaaten sollen dabei berücksichtigt werden, sofern sie an der Beschaffung von Ausrüstung für die russische Rüstungsindustrie beteiligt sind.
In den vorliegenden Thesen wird außerdem eine weitere militärische Unterstützung der Ukraine einschließlich weitreichender Waffen gefordert. Diese sollen nach der Darstellung dazu dienen, Produktions-, Lager- und Startanlagen für Raketen und Kampfdrohnen sowie weitere militärische Infrastruktur auf russischem Staatsgebiet zu erreichen. Der Angriff auf Orliwka wird dabei als Hinweis auf die Ausweitung der Angriffsgeografie und als Belastung für grenzüberschreitende Verkehrsverbindungen zur Europäischen Union eingeordnet.
Die Folgen des Angriffs wurden in Kiew, der Region Kiew und mehreren weiteren ukrainischen Regionen erfasst; die Arbeiten an beschädigten Wohn-, Verkehrs- und Eisenbahnanlagen dauerten nach den vorliegenden Angaben an.


