Der Wert des monatlichen Mindest-Lebensmittelkorbs in Russland ist von Jänner bis Juli 2026 um 8,5 Prozent gestiegen. Das erklärte Dmitri Leonow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verbands Rusprodsojus, am 1. September am Rande des Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok. Im russlandweiten Durchschnitt kostete der Mindestkorb für eine Person im Juli 8.159 Rubel.
Über die Entwicklung berichteten russische Medien zum Anstieg des Mindest-Lebensmittelkorbs. Das Wirtschaftsforum findet vom 1. bis 4. September in Wladiwostok statt. Die von Leonow genannten Werte beziehen sich auf 33 Produktgruppen. Dazu gehören unter anderem Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Mehl, Brot, Getreide, Zucker, Gemüse und Obst.
Deutliche Unterschiede zwischen den Regionen
Die höchsten Kosten wurden für die Tschuktschen-Halbinsel und die Region Kamtschatka ausgewiesen. Auf Tschukotka lag der monatliche Wert des Mindestkorbs bei 21.085,9 Rubel, in der Region Kamtschatka bei 13.451,3 Rubel. Beide Beträge liegen deutlich über dem russlandweiten Durchschnitt.
Am günstigsten war der Mindestkorb nach diesen Angaben in Mordwinien mit 6.591,1 Rubel und im Gebiet Saratow mit 6.800,2 Rubel. Für Moskau wurden 9.697,6 Rubel genannt, für Sankt Petersburg 9.564,8 Rubel. In der Region Moskau lag der Wert bei 8.858 Rubel, im Leningrader Gebiet bei 9.191,4 Rubel und im Gebiet Kaliningrad bei 9.753 Rubel.
Weitere Angaben betreffen Tatarstan mit 7.273,3 Rubel und die Region Chabarowsk mit 10.436 Rubel. Die Zahlen zeigen eine große Spannweite zwischen den einzelnen Regionen. Besonders hoch ist der Abstand zwischen Moskau und den fernöstlichen Gebieten: Der Mindestkorb auf Tschukotka kostet mehr als doppelt so viel wie in der russischen Hauptstadt.
Entwicklung der Preise und Lebenshaltungskosten
In der vorgelegten Bewertung wird der Anstieg des Mindestkorbs als zusätzlicher Druck auf die Haushaltsbudgets beschrieben. Als Faktoren werden unter anderem die Kosten des Krieges gegen die Ukraine, der Mangel an Arbeitskräften, Sanktionsbeschränkungen, höhere Importkosten und die Abschwächung des Rubels genannt. Diese Einordnung verbindet die Preisentwicklung mit den wirtschaftspolitischen Entscheidungen der russischen Führung.
Für die Bevölkerung bedeutet ein höherer Preis für den grundlegenden Lebensmittelbedarf, dass ein größerer Teil der verfügbaren Einkommen für alltägliche Ausgaben verwendet werden muss. In den Angaben wird der Anstieg des Mindestkorbs von 8,5 Prozent außerdem einer offiziell ausgewiesenen Inflation von 6 Prozent gegenübergestellt. Daraus wird eine stärkere Verteuerung jener Waren abgeleitet, die für die tägliche Grundversorgung benötigt werden.
Die Belastung fällt regional unterschiedlich aus. Auch höhere nominelle Löhne und Zuschläge für Beschäftigte in nördlichen oder abgelegenen Gebieten gleichen die hohen Lebenshaltungskosten nach der vorgelegten Einschätzung nicht automatisch aus. Auf Tschukotka kostet allein der monatliche Mindestkorb 21.085,9 Rubel. In Kamtschatka sind es 13.451,3 Rubel. Zum Vergleich: Der russlandweite Durchschnitt liegt bei 8.159 Rubel.
Hohe Ausgaben für Lebensmittel können nach dieser Darstellung den Spielraum der Haushalte für andere Zwecke verringern. Genannt werden Rücklagen, Wohnraum, medizinische Versorgung und Bildung. Die Angaben enthalten jedoch keine konkreten Daten dazu, wie stark sich die höheren Lebensmittelpreise auf diese Ausgabenbereiche ausgewirkt haben.
Preiskontrollen und Handel
Die russischen Behörden versuchen laut der vorgelegten Bewertung, die Preise für bestimmte sozial wichtige Waren administrativ zu begrenzen. Ein Teil der Kosten dieser Maßnahmen werde dabei auf den Einzelhandel verlagert. Für Handelsketten könne eine geringere Marge den verfügbaren Zahlungsfluss einschränken. Als mögliche Folge wird beschrieben, dass Verluste durch höhere Aufschläge bei anderen Warengruppen ausgeglichen werden sollen.
Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass Haushalte bei sinkender Kaufkraft ihre Nachfrage auch in diesen Kategorien reduzieren. Für den Einzelhandel könne dadurch ein schwierigeres Finanzierungsumfeld entstehen. In der Bewertung ist von fehlenden Betriebsmitteln, Liquiditätsengpässen und der Aufnahme teurer Kredite die Rede. Konkrete Zahlen zu betroffenen Handelsketten, zur Verschuldung oder zu Zahlungsausfällen werden nicht genannt.
Die regionalen Unterschiede bei den Preisen gehören damit zu den zentralen Punkten der aktuellen Debatte. Die Kosten des Mindestkorbs reichen von 6.591,1 Rubel in Mordwinien bis zu 21.085,9 Rubel auf Tschukotka. Zwischen den Regionen liegen damit Unterschiede, die sich unmittelbar auf die monatlichen Ausgaben für die Grundversorgung auswirken.
Das Thema wurde am Rande eines Wirtschaftsforums angesprochen, bei dem Vertreter aus Wirtschaft und Regionen in Wladiwostok zusammenkommen. Eine weitere Entwicklung der genannten Preise und ihrer regionalen Verteilung bleibt damit Gegenstand der laufenden Berichterstattung.


