Billa und Tafel Österreich starten Fleischspende-Projekt in Wien
Um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, hat die Supermarktkette Billa in Kooperation mit der Tafel Österreich ein Projekt zur Fleischspende initiiert. Ab dem 1. September beteiligen sich 40 Billa- und Billa-Plus-Filialen in Wien an dieser Initiative.
Das Projekt zielt darauf ab, Frischfleisch, das am Verbrauchsdatum nicht verkauft wird, direkt an soziale Einrichtungen zu spenden. Aus Sicherheitsgründen werden nur frische Fleischprodukte aus dem Selbstbedienungsbereich gespendet; Faschiertes und Innereien sind ausgeschlossen. Die Abholung erfolgt durch die Tafel oder die sozialen Einrichtungen selbst, mit Kühlwägen oder -boxen, um die Kühlkette aufrechtzuerhalten.
Die jeweiligen Einrichtungen können dann entscheiden, ob das Fleisch verkocht, weitergegeben oder eingefroren wird. Bei Geflügel gilt, dass es noch am selben Tag vollständig durchgegart werden muss. In der Testphase, die im April mit acht Märkten begann, konnten über zwei Tonnen Fleisch gerettet werden. Robert Nagele, Vorstand von Billa, bezeichnete den Prozess als „heikel und aufwändig“.
Für die Tafel Österreich stellt die Weitergabe von Fleisch eine besondere Herausforderung dar. Geschäftsführer Alexandra Gruber bezeichnete dies als „Königsdisziplin der Lebensmittelweitergabe“ und betonte, dass umsichtige Abläufe entwickelt wurden, um eine sichere Zustellung zu gewährleisten. Zudem koordiniert die Tafel die Abholung und Verteilung des Fleisches und gibt den sozialen Einrichtungen einen Leitfaden an die Hand.
Ein Beispiel für die Teilnahme ist das „Häferl“ der Stadtdiakonie Wien, das armutsbetroffene Menschen mit frisch gekochten Mahlzeiten versorgt. Seit der Implementierung des Projekts wird auch gespendetes Fleisch verarbeitet, was der Einrichtung mehr Flexibilität bei der Menüplanung ermöglicht.
Einordnung
Durch dieses Projekt wird nicht nur die Lebensmittelverschwendung reduziert, sondern auch bedürftigen Personen Zugang zu frischen, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln ermöglicht. Die Initiative zeigt, wie durch Kooperationen zwischen Einzelhandel und sozialen Einrichtungen nachhaltige Lösungen geschaffen werden können, die sowohl der Gesellschaft als auch der Umwelt zugutekommen.


