Hitze belastet Weinbau in Oberösterreich – Jahrgang 2026 zeigt trotz Herausforderungen Potenzial

September 3, 2026 14:33
Hitze belastet Weinbau in Oberösterreich – Jahrgang 2026 zeigt trotz Herausforderungen Potenzial

Weniger Ertrag, aber große Hoffnung auf den Jahrgang 2026

Leonding. Der oberösterreichische Weinbau hat in diesem Sommer unter Hitze und Trockenheit gelitten. Die Erntemenge wird voraussichtlich um rund 2 Prozent zurückgehen, es sind etwa 400.000 Liter Wein zu erwarten. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 20 Prozent im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von rund 500.000 Litern. Dennoch zeigen sich die Winzer optimistisch hinsichtlich der Qualität der Trauben.

Die Winzer in Oberösterreich setzen auf hohe Zuckergrade, viel Extrakt und eine ausgeprägte Aromatik, die auf einen kräftigen und charaktervollen Jahrgang schließen lassen. „Wir setzen in Oberösterreich ganz klar auf Qualität. Insofern ist die Menge für uns eher zweitrangig“, erläutert Weinbaupräsident Leo Gmeiner.

Weinbau Oberösterreich wächst auf 108 Hektar

Die Rebfläche im oberösterreichischen Weinbau hat sich in den letzten 20 Jahren von drei Hektar im Jahr 2003 auf mittlerweile 108 Hektar erhöht. Rund 40 Weingüter sind mittlerweile in der Region professionell tätig, wobei die Rebfläche allein im letzten Jahr um über fünf Hektar gewachsen ist. Trotz der geringen Größe im Vergleich zu anderen österreichischen Weinbauregionen, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger die Qualität der Weine: „Wir sind klein, aber wir können durchaus Qualität und einen Schwung auf den Tisch legen, der beeindruckt.“

Mehr als 70 Rebsorten prägen den Wein aus Oberösterreich

Die Sortenvielfalt im oberösterreichischen Weinbau ist außergewöhnlich; mehr als 70 Rebsorten werden kultiviert. Zu den bedeutendsten Weißweinsorten zählen Grüner Veltliner, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Donauriesling und Gelber Muskateller, während im roten Segment Muscat Bleu, Zweigelt und Pinot Noir hervorstechen. Rund 70 Prozent der Produktion entfallen auf Weißwein, etwa 30 Prozent auf Rotwein, einschließlich zahlreicher pilzwiderstandsfähiger (PIWI) Sorten.

Das Angebot umfasst zudem neue Produkte wie Frizzante und Schaumwein, die auf die steigende Nachfrage nach spritzigen Weinen reagieren.

Concordia: Eine besondere Rebsorte vom Nussböckgut

Ein Beispiel für die Vielfalt im oberösterreichischen Weinbau ist das Nussböckgut der Familie Velechovsky in Leonding, das seit 2003 Wein produziert. Die Familie bewirtschaftet eine Fläche von rund 7,1 Hektar mit elf Rebsorten, darunter die besondere Sorte Concordia.

Einordnung

Die schwierigen Wetterbedingungen führen zwar zu einem geringeren Ertrag, jedoch zeigt die hohe Qualität der Trauben das Potenzial des Jahrgangs 2026. Dies könnte die Wettbewerbsfähigkeit der oberösterreichischen Weine im nationalen und internationalen Markt stärken und die Wertschätzung für diese kleinere Weinregion erhöhen.

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