Wassergewinnung aus Sauerkrautlake als neue Ressource
Eine Bachelorarbeit am Campus Wieselburg der Fachhochschule Wiener Neustadt untersucht die Rückgewinnung von Wasser aus wenig genutzten Reststoffen in der Lebensmittelproduktion. Richard Halbwachs analysierte dabei die Sauerkrautlake eines österreichischen Unternehmens.
In dem untersuchten Betrieb fallen jährlich rund 1.000 Kubikmeter Sauerkrautlake an. Die Arbeit zielt darauf ab, die Trennung des Wassers von den übrigen Inhaltsstoffen der Lake zu erproben. Hierfür wurden verschiedene Aufbereitungsverfahren, wie Membranverfahren, Eindampfung, Adsorption und Ionenaustausch, kombinierten.
Die Versuche ergaben, dass sich ein Großteil des Wassers zurückgewinnen lässt, insbesondere durch Eindampfung, bei der etwa 94 Prozent der aufbereiteten Flüssigkeit als Kondensat gewonnen werden konnten. Weitere Reinigungsverfahren wie die Aktivkohle- und Ionenaustauschbehandlung erweiterten die Möglichkeiten zur Nutzung der übrigen Inhaltsstoffe.
Halbwachs’ Forschung zeigt, dass mit effektiven Verfahren nicht nur Wasser zurückgewonnen, sondern auch wertvolle Substanzen aufbereitet werden können. Dennoch bleibt der Energieverbrauch eine Herausforderung, insbesondere bei der energieintensiven Eindampfung. Simulationen des Prozesses deuteten darauf hin, dass durch Rückgewinnung der entstehenden Wärme der Energiebedarf signifikant gesenkt werden könnte.
Einordnung
Die Ergebnisse der Bachelorarbeit eröffnen neue Perspektiven für die industrielle Nutzung von wasserhaltigen Reststoffen. Unternehmen könnten angehalten werden, Abfallströme nicht nur als Entsorgungsproblem zu betrachten, sondern als potenzielle Ressourcen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs und zur Wiederverwendung wertvoller Inhaltsstoffe.


