Kürbisernte in der Steiermark: Massive Ertragsausfälle durch Trockenheit
Die Trockenheit hat den Landwirtinnen und Landwirten in der Steiermark stark zu schaffen gemacht. Die Erntezeit für Kürbisse begann bereits wesentlich früher als gewohnt, da viele Früchte aufgrund der Hitze nicht optimal reiften.
In der Südsteiermark, wo der gelbe „Plutzer“ kultiviert wird, sind die Felder nun fast leergeräumt. Die Ernte wurde in diesem Jahr größtenteils vorzeitig durchgeführt, ähnlich wie bei der gleichfalls frühen Weinlese.
Ernte von Bodenbeschaffenheit abhängig
Die Kürbisbauern der Region berichten von stark variierenden Ernteergebnissen. Auf schweren Böden fallen die Ernteverluste vergleichsweise gering aus, während Landwirte auf sandigen und schottrigen Flächen mit erheblichen Einbußen von 30 bis 40 Prozent rechnen müssen. Besonders dramatisch sind die Ausfälle auf ungeeigneten Böden, wo die Erträge um 70 bis 80 Prozent zurückgegangen sind, wie Bezirksbauernbundobmann-Stellvertreter Josef Kaiser aus Wildon erläutert.
Auf lehmigen Böden hingegen sind die Verluste mit etwa 30 Prozent moderat. Hier konnten die Böden die notwendige Feuchtigkeit besser speichern, wodurch die Wachstumsbedingungen für die Kürbispflanzen optimiert wurden. Auf trockenen Sand- und Schotterböden hingegen zeigt sich eine negative Auswirkung auf die Pflanzengesundheit, die sich in der Anzahl und Größe der geernteten Kürbisse niederschlägt.
Die reduzierten Erträge bedeuten für die Kürbisbauern nicht nur weniger Ware, sondern auch einen Anstieg des Arbeitsaufwands. In Regionen mit geringen natürlichen Wasserspeichern sind die Auswirkungen besonders stark spürbar.
Die genauen Ausfälle der heurigen Kürbisernte sind zwar noch nicht abschließend quantifiziert, doch Franz Labugger, Obmann der Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g.g.A, bestätigt, dass die Ernte aufgrund unterschiedlicher Bodenverhältnisse erheblich variiert. Dennoch wird auch in diesem Jahr Hochwertiges steirisches Kürbiskernöl erhältlich sein.
Einordnung
Die diesjährige Kürbisernte verdeutlicht die Abhängigkeit der Landwirtschaft von Witterungsbedingungen und Bodenverhältnissen. Aufgrund der variierenden Erträge sind nicht nur die Ertragssituation der Landwirte betroffen, sondern auch die Verfügbarkeit und möglicherweise die Preisgestaltung von Kürbiskernöl auf dem Markt.


