Steigende Beratungsanfragen bei der Arbeiterkammer Korneuburg
Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer suchen Unterstützung bei der Arbeiterkammer (AK). Im ersten Halbjahr 2023 wandten sich in Niederösterreich rund 60.000 Beschäftigte an die AK, die insgesamt 71 Millionen Euro für die Betroffenen erstritten konnte.
Die Bezirksstelle Korneuburg verzeichnete ebenfalls einen Anstieg der Beratungen. Im ersten Halbjahr gab es 6.458 Kontakte, davon 2.253 Problemfälle, was einem Zuwachs von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insbesondere bei nicht bezahlten Ansprüchen und Verfahren gegen ablehnende Bescheide stieg die Zahl der Beratungen um 33 Prozent; die E-Mail-Anfragen erhöhten sich um etwa 18 Prozent.
Die AK stellt fest, dass die Ursachen für die Probleme branchenübergreifend sind. Beschäftigte werden häufig falsch eingestuft, unter dem Kollektivvertrag entlohnt oder nicht korrekt angemeldet. Unbezahlte Überstunden und ausstehende Sonderzahlungen sind weitere häufige Themen. In Branchen mit Personalmangel, wie dem Gastgewerbe, kommen überlange Arbeitszeiten hinzu.
AK-Niederösterreich-Vizepräsident Gerhard Seban warnt vor Unternehmen mit kurzer Marktpräsenz, die keine Löhne oder Sozialversicherungsbeiträge zahlen und anschließend Insolvenz anmelden. In solchen Fällen unterstützt die AK die Beschäftigten bei der Geltendmachung ihrer Ansprüche.
Die persönliche Beratung rückt bei der AK immer mehr in den Fokus. Trotz des wachsenden Informationsangebots im Internet sind die Anfragen in persönlicher Beratung komplexer geworden. Oft beziehen sich Online-Informationen auf deutsches Arbeitsrecht und sind somit nicht anwendbar. Die AK setzt auch auf persönliche Gespräche, um die spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen für jeden Fall zu erörtern.
Einordnung
Die steigenden Beratungsanfragen zeigen den zunehmenden Unterstützungsbedarf von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Niederösterreich. Die effektive Hilfe bei der Durchsetzung ihrer Rechte hat direkte Auswirkungen auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und soll den betroffenen Beschäftigten rechtliche Klarheit verschaffen.


