Oberösterreichs Landwirtschaftskammer fordert Unterstützung für Schweinebauern in der Krise

September 18, 2026 19:13
Oberösterreichs Landwirtschaftskammer fordert Unterstützung für Schweinebauern in der Krise

Schweinepreise in Österreich brechen ein

Der Schweinepreis in Österreich ist in der aktuellen Schlachtwoche um zwölf Cent je Kilogramm Schlachtgewicht auf 1,52 Euro gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein Rückgang von 15 Prozent, während der Preis gegenüber 2024 sogar um 25 Prozent gesunken ist.

Die heimischen Schweinehalter stehen seit mehreren Monaten unter massivem wirtschaftlichem Druck. Laut Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich (LK-OÖ), trifft die Verschärfung der Situation die Betriebe besonders hart, da viele bereits mit den Folgen der Dürre und anstehenden Investitionen zu kämpfen haben. Dies wird durch den Preisverfall verschärft, da wichtige Investitionen nun nicht realisierbar sind.

Kapitalknappheit für notwendige Investitionen

Neue gesetzliche Vorgaben erfordern umfassende Stallumbauten und Modernisierungen, die für die Betriebe von großer Bedeutung sind. Bis 2034 müssen österreichische Schweinehalter Investitionen zwischen 500.000 und 2 Millionen Euro pro Familienbetrieb tätigen, um die neuen Haltungsstandards zu erfüllen. Waldenberger betont, dass ohne eine Möglichkeit zum Eigenkapitalaufbau, bei den gegenwärtigen Preisen, solche Investitionen nicht umsetzbar sind.

Forderung nach Investitionsförderung

Die Landwirtschaftskammer fordert daher ein verbessertes Investitionsförderprogramm, das höhere Fördersummen und einen gesteigerten Fördersatz bis 2034 beinhaltet. Ohne diese Unterstützung sei die heimische Eigenversorgung gefährdet. Zudem drängt die Kammer auf eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch und Fleischprodukte, um die hohen Standards der österreichischen Schweinehalter zu würdigen.

Exportprobleme und gesunkene Preise

Der Schweinepreis war bereits im Juni um 14 Cent je Kilogramm gefallen und hat nun mit einem weiteren Rückgang um zwölf Cent erneut einen Tiefpunkt erreicht. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen steigt europaweit, während die Exportsituation sich verschärft. Der ursprünglich erwartete Warenfluss nach Asien bleibt aus, was zu Absatzproblemen für die heimischen Schlachtbetriebe führt, die zudem steigende Kosten zu berücksichtigen haben.

Einfluss auf die Ferkelzucht

Die sinkenden Preise und höheren Futterkosten wirken sich negativ auf die Bereitschaft der Mäster aus, Tiere einzustellen. Dies hat eine gedämpfte Nachfrage nach Ferkeln zur Folge, was die Preise in der Ferkelerzeugung belastet. Die Wirtschaftlichkeit in der spezialisierten Ferkelerzeugung ist in diesem Jahr bereits unterdurchschnittlich.

Einordnung

Die sinkenden Schweinepreise und die damit verbundenen wirtschaftlichen Herausforderungen für die Schweinehalter wirken sich negativ auf die gesamte Produktion aus. Die erforderlichen Investitionen zur Einhaltung neuer Standards stehen auf der Kippe, was die zukünftige Eigenversorgung gefährdet und die Herausforderungen auf dem Markt verstärkt.

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