Traditionelles Handwerk in Gefahr: Peter Haberl junior als Schuhmacher
LEOBEN. Peter Haberl junior hat sich für den Handwerksberuf des Schuhmachers entschieden, ein Beruf, der in seiner Familie bereits seit vier Generationen ausgeübt wird. Trotz der zahlreichen Optionen, die ihm offenstanden, wählte er den Weg seines Vaters, Großvaters und Urgroßvaters.
Bereits in seiner Kindheit verbrachte Haberl junior viel Zeit in der Werkstatt seines Vaters. „Die Tätigkeit hat mir schon als Kind und später in meiner Jugend gut gefallen. Deshalb habe ich schon früh mitgeholfen“, beschreibt er seine Erfahrungen. Eine prägende Erinnerung an seine Anfänge ist das Verdienen seines ersten Trinkgeldes an einem Messestand, wo er mit einer Schuhputzmaschine arbeitete.
Seine Ausbildung zum Schuhmacher erfolgte im eigenen Betrieb. Zudem absolvierte er ein Jahr im Burgenland, um sich zum Orthopädieschuhmacher weiterzubilden. Maßschuhe fertigt er aus einem Stück Leder und stellt klar: „Wir lassen keine Arbeitsschritte außerhalb der Firma erledigen, denn Qualität und Nachhaltigkeit sind uns wichtig.“
Die Herstellung von Maßschuhen erfordert umfangreiches Training und Erfahrung mit teils über jahrzehntelang genutzten Maschinen. „Bei diesen Maschinen hat sich technisch nicht viel verändert. Die Entwicklung ist stehen geblieben. Reparaturen erfordern viel Zeit und Fachwissen, das nicht leicht zu finden ist“, erklärt Haberl junior.
Als Familienbetrieb setzt der Schuhmacher auf Nachhaltigkeit und zeigt, dass auch preisgünstigere Schuhe repariert werden können. Der Betrieb besteht seit vier Generationen und hat somit schwierige wirtschaftliche Zeiten überstanden. „Wir arbeiten eng zusammen, was manchmal zu Differenzen führt, aber wir lösen das gut“, so Haberl junior.
Einordnung
Die Entscheidung von Peter Haberl junior, das traditionelle Handwerk fortzuführen, ist relevant, da sie zeigt, dass handwerkliches Wissen nicht in der Vergessenheit verschwinden muss. Angesichts des Fachkräftemangels im Handwerk verdeutlicht dies die Notwendigkeit, solche Berufe zu unterstützen und zu fördern.


