Tirols Landeshauptmann fordert Untersuchung der Kraftstoffpreise
Der Landeshauptmann von Tirol, Anton Mattle (ÖVP), hat die Bundesregierung aufgefordert, eine offizielle Untersuchung der Diesel- und Superbenzinpreise in der Region einzuleiten. Mattle kritisierte am Dienstag in einer Aussendung die Unzulänglichkeiten des freien Marktes und die ungleiche Preisgestaltung im Vergleich zu anderen östlichen Bundesländern Österreichs.
In seiner Stellungnahme betonte Mattle, dass die Kraftstoffpreise in Tirol tendenziell höher seien. Er sieht die Notwendigkeit, die Ursachen dieser Ungleichheit zu erforschen. Der Tiroler Regierungschef erklärte, dass es keine nachvollziehbaren Gründe für das West-Ost-Gefälle der Preise in Österreich gebe und forderte, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um diese Ungerechtigkeiten zu beheben.
Eine Auswertung des Spritpreisrechners von E-Control belegte, dass Tirol die höchsten Kraftstoffpreise in Österreich aufweist, mit einem Median von 2,299 Euro für Diesel und 1,984 Euro für Superbenzin pro Liter. Zudem wies er darauf hin, dass der Transitverkehr über den Brenner die Situation verschärfe, da die Preise in angrenzenden Ländern wie Italien und Deutschland höher seien.
Der stellvertretende Landeshauptmann Philip Wohlgemuth (SPÖ) erneuerte die Forderung, den „Anti-Teuerungsrat“ wegen der ansteigenden Preise für Treibstoffe und Lebenshaltungskosten wieder einzuberufen. Dies stieß auf Unterstützung seitens der Gewerkschaft, die ebenfalls die Preisunterschiede in Tirol kritisierte.
Die NEOS äußerten jedoch Zweifel an der Wiederbelebung des „Anti-Teuerungsrates“ und forderten stattdessen regelmäßige Sitzungen zur Untersuchung auffälliger Preisunterschiede. Die Freiheitlichen wiesen darauf hin, dass der Rat in der Vergangenheit nicht die Ursachen des „Tiroler Sprit-Aufschlags“ beseitigt habe.
Einordnung
Die Forderungen von Landeshauptmann Mattle könnten zu einer offiziellen Untersuchung der Kraftstoffpreise in Tirol führen. Dies könnte die Wahrnehmung der regionalen Preisgestaltung ändern und möglicherweise zu Anpassungen in der politischen und wirtschaftlichen Strategie der Landesregierung führen.


