Babler bleibt SPÖ-Chef trotz Zeiler-Kandidatur
SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler sieht keine Veranlassung, von seinem Posten zurückzutreten, nachdem Medienmanager Gerhard Zeiler seine Ambitionen auf die Parteiführung angekündigt hat. Babler verwies auf seinen klaren Auftrag von der Partei, den er vor sechs Monaten bei seiner Wiederwahl erhalten habe.
Bei einer Pressebekanntgabe am Rande des „Tags des Sports“ in Wien äußerte Babler, es gebe derzeit nur „Gerüchte“ über mögliche Kandidaturen. Er halte fest, dass es klare Regeln für eine Kandidatur gebe. Ob eine Mitgliederbefragung oder ein Sonderparteitag mit Kampfabstimmung in Betracht gezogen werde, ließ er offen.
Zeiler hatte mit seiner Ankündigung die bereits länger bestehenden Spekulationen um eine mögliche Ablösung Bablers neu angefacht. In der „Kronen Zeitung“ erklärte er, dass er die geeignete Person sei, um die Partei aus ihrer aktuellen Krise zu führen. Für eine vorzeitige Wahl wäre erforderlich, dass Zeiler etwa 12.500 Unterschriften von Parteimitgliedern sammelt.
Alternativ könnte der Bundesvorstand einen außerordentlichen Parteitag einberufen, um den Prozess zu beschleunigen. Die reguläre Sitzung der Partei ist für den 6. November angesetzt. Bislang gab es erst zwei Kampfabstimmungen um die SPÖ-Parteispitze, und dies wäre bereits die zweite für Babler, der 2023 im Rennen um die Nachfolge von Pamela Rendi-Wagner gegen Hans-Peter Doskozil gewann.
Einordnung
Babler bleibt in seiner Position trotz der drohenden internen Konkurrenz relevant. Dies könnte die Stabilität der SPÖ beeinflussen, während die Partei an wichtigen Regierungsprojekten arbeitet, wie der Spritpreisbremse. Die kommenden Wochen könnten entscheidend für die zukünftige Ausrichtung der SPÖ sein.


