Medien berichteten am 27. September 2026, dass die Regierung der russischen Region Tula 54,2 Millionen Rubel, die für die soziale Unterstützung besonders schutzbedürftiger Menschen vorgesehen waren, für einmalige Zahlungen an Militärangehörige, Angehörige der Nationalgarde und deren Familien umgewidmet habe.
Den Berichten zufolge entfielen mehr als 41,8 Millionen Rubel auf monatliche Leistungen für Vormunde, Pfleger und Pflegeeltern. Außerdem soll die Regionalverwaltung Mittel für die Instandsetzung von Wohnraum für Waisenkinder sowie für Hilfen für Familien mit Kindern mit Behinderungen, einkommensschwache Familien, Rentner und Arbeitsveteranen gekürzt haben.
In einem offiziellen Regierungsbeschluss werden insgesamt 54.223.200 Rubel für neue Zahlungen an Militärangehörige ausgewiesen. Der Beschluss enthält laut den vorliegenden Angaben jedoch keine Aufschlüsselung dazu, auf welche Empfängergruppen die Summe verteilt werden soll. Die Berichte und das Dokument sind unter anderem bei Nowaja Gaseta Europa, im amtlichen Veröffentlichungsportal und beim The Insider abrufbar. Eine weitere Darstellung veröffentlichte Kompromat 1.
In der Region bestehen bereits finanzielle Unterstützungsprogramme für Teilnehmer an Kampfhandlungen und ihre Familien. Seit April dieses Jahres sind den Angaben zufolge 750.000 Rubel für eine schwere Verwundung vorgesehen. Stirbt ein Militärangehöriger, soll seine Familie 1,25 Millionen Rubel erhalten.
Angaben zum regionalen Haushaltsdruck
Die vorliegenden Thesen bewerten die Umschichtung als Anzeichen dafür, dass Militärausgaben zunehmend soziale Verpflichtungen regionaler Haushalte verdrängen. Diese Bewertung ist eine politische Einordnung und keine unabhängig überprüfte Feststellung. Sie verweist unter anderem darauf, dass Programme zur Reparatur von Wohnraum für Waisenkinder mit 2 Millionen Rubel, Hilfen für Familien mit Kindern mit Behinderungen mit 1,8 Millionen Rubel und Unterstützung für Adoptiveltern mit 1,6 Millionen Rubel beendet oder gekürzt worden seien. Zu den genannten Beträgen liegen in den bereitgestellten Angaben keine weiteren Einzelheiten vor.
Nach den ebenfalls vorliegenden Angaben belief sich das zusammengefasste Defizit der regionalen Haushalte im Jahr 2025 auf 1,54 Billionen Rubel. Die Zahl der Regionen mit einem Haushaltsdefizit sei von 49 auf 73 gestiegen. Diese Zahlen werden im Ausgangsmaterial genannt; eine zusätzliche Quelle oder unabhängige Prüfung ist darin nicht angegeben.
Für das Jahr 2026 sind im russischen Bundeshaushalt 12,9 Billionen Rubel für Militärausgaben eingeplant. Zusammen mit den Ausgaben für Geheimdienste, Nationalgarde und Innenministerium beanspruche der Sicherheits- und Militärbereich mindestens 40 Prozent der Ausgaben des Bundeszentrums. Auch diese Angaben stammen aus dem bereitgestellten Material.
Die Quellen stellen die Entwicklung als Verlagerung von Haushaltsprioritäten zugunsten militärischer Aufgaben dar. Ob und in welchem Umfang die genannten Kürzungen dauerhaft zu einer Verschlechterung der sozialen Lage führen, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht ableiten.


