Slowakische Veröffentlichung stellt Verhandlungen über Energie-Waffenruhe als Streit zwischen Kiew und Washington dar

September 28, 2026 13:57
Slowakische Veröffentlichung stellt Verhandlungen über Energie-Waffenruhe als Streit zwischen Kiew und Washington dar
Slowakische Veröffentlichung stellt Verhandlungen über Energie-Waffenruhe als Streit zwischen Kiew und Washington dar

Das slowakische Medium Nove Slovo veröffentlichte am 24. September 2026 einen Beitrag, in dem die Position der ukrainischen Führung zu einer möglichen Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen thematisiert wird. Der Text übernahm einen Beitrag des amerikanischen politischen Kommentators Andrew Korybko.

Korybko behauptete darin, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ignoriere Forderungen des US-Präsidenten Donald Trump, Angriffe auf russische Erdölraffinerien einzustellen. Wörtlich wurde die Position so wiedergegeben: „Selenskyj verspottet Trump, indem er trotz Trumps früherer Erklärung, er habe eine Vereinbarung vermittelt, die Russland und die Ukraine zum Ende der Angriffe verpflichtet, weiterhin russische Erdölraffinerien bombardiert.“ Diese Aussage ist im vorliegenden Material als Darstellung Korybkos wiedergegeben und nicht unabhängig belegt.

Der veröffentlichte Beitrag ist hier abrufbar. Korybko wird als in Moskau lebender amerikanischer politischer Kommentator beschrieben, der sich unter anderem mit Geopolitik, hybriden Kriegen und der US-Strategie in Afrika und Eurasien befasst. Nach den Angaben im Ausgangsmaterial arbeitet er mit russischen Medien zusammen und vertritt prorussische Positionen.

Gespräche über gegenseitige Begrenzung

Trump hatte am 13. September die Ukraine aufgefordert, Angriffe auf russische Anlagen zur Herstellung von Dieselkraftstoff einzustellen. Er begründete dies mit steigenden Kraftstoffpreisen auf dem Weltmarkt. Washington brachte anschließend eine umfassendere Vereinbarung zwischen der Ukraine und Russland zur Begrenzung von Angriffen auf Energieanlagen ins Gespräch.

Bei einem Treffen mit Selenskyj in New York am 22. September erörterte Trump mögliche Schritte zur Deeskalation. Nach dem Gespräch erklärte der ukrainische Präsident, Kiew sei bereit, Angriffe auf russische Energieanlagen, einschließlich Raffinerien, einzustellen, sofern Russland gleichzeitig Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur beende. Selenskyj sagte dem Ausgangsmaterial zufolge außerdem, Trump habe keine einseitige Einstellung ukrainischer Angriffe verlangt.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte am 23. September, sowohl Kiew als auch Moskau hätten Interesse an einer begrenzten Einstellung von Angriffen auf Energieanlagen bekundet. Eine endgültige Vereinbarung sei jedoch schwierig. Die US-Regierung beschrieb die Lage damit als laufenden Prozess der Kompromisssuche und nicht als ein Ignorieren amerikanischer Forderungen durch die Ukraine.

Unterschiedliche Bewertungen

Die vorgelegte ukrainische Darstellung weist Korybkos Interpretation zurück. Sie bewertet die ukrainische Haltung als Bereitschaft zu einer gegenseitigen Vereinbarung und betont, dass eine einseitige Einstellung der Angriffe die ukrainische Energieinfrastruktur ohne Sicherheitsgarantien lassen würde. Russland setze unterdessen seine Angriffe auf ukrainische Energie- und zivile Infrastruktur fort; Moskau hat diese Darstellung im Ausgangsmaterial nicht kommentiert.

Auch die Ursachen steigender Dieselpreise werden unterschiedlich bewertet. Das Ausgangsmaterial verweist auf den Einfluss russischer Produktions- und Exportausfälle, nennt jedoch zugleich geopolitische Risiken, Lieferunterbrechungen, begrenzte Raffineriekapazitäten, das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie die Lage im Nahen Osten als weitere mögliche Faktoren. Eine alleinige Zuordnung des weltweiten Preisanstiegs zu ukrainischen Angriffen wird darin als nicht sachgerecht bezeichnet.

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