VCÖ kritisiert geplante Ticketpreiserhöhung der Wiener Linien und fordert Senkung der Mehrwertsteuer

Oktober 8, 2026 07:19
A person pays at a public transport ticket vending machine using a bank card.
Öffi-Tickets der Wiener Linien werden wohl mit Jahresanfang erneut teurer. Beim VCÖ sieht man dies kritisch, da es den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr behindert. (Archiv)Foto: Johannes Zinner/Wiener Linienhochgeladen von Johannes Reiterits

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) kritisiert die von den Wiener Linien angekündigte Ticketpreiserhöhung ab 2027 und fordert stattdessen eine Senkung der Öffi-Ticketpreise über eine Reduzierung der Mehrwertsteuer.

Die Wiener Linien werden für 2027 ihre Öffi-Ticketpreise erhöhen. Für den VCÖ ist das unverständlich. Der Verkehrsclub spricht sich daher für eine Preisentlastung aus und richtet seinen Appell an die Bundesregierung.

Bekannt ist laut den vorliegenden Angaben auch, dass die Wiener Linien von 2027 an jährlich ihre Ticketpreise validieren werden. Wie hoch die Preise dann tatsächlich ausfallen, ist noch nicht klar.

Zum Jahresanfang ist die Jahreskarte der Wiener Linien von 365 auf 467 Euro gestiegen, nach 14 Jahren ohne Erhöhung. VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk sieht eine weitere Preiserhöhung im Ausmaß der Inflation kritisch.

Sie begründete die Forderung nach einer Senkung unter anderem mit der aktuellen Teuerung und der andauernden Treibstoffkrise. „Die andauernde Treibstoffkrise macht einmal mehr deutlich, wie teuer uns alle der hohe Erdölverbrauch zu stehen kommt. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, Menschen zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr zu motivieren“, sagte Schenk.

Auch ein stärkerer Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr sei nötig, um die Mobilitäts-, Energie- und Klimaziele der Stadt zu erreichen, sagte sie. „Ein verstärkter Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr ist zudem unverzichtbar, damit die Stadt ihre Mobilitäts-, Energie- und Klimaziele erreichen kann.“

Der VCÖ verweist darauf, dass die Mehrwertsteuer auf Öffi-Fahrkarten derzeit zehn Prozent beträgt. Schenk fordert eine Reduktion der Ticketpreise über die Steuerschraube und sagt: „Die Steuersenkung ist mehr als gerechtfertigt, nicht nur, weil auch die Steuer auf Diesel und Benzin gesenkt wurde“.

Mit Blick auf die Wirkung des öffentlichen Verkehrs sagte Schenk außerdem: „Öffi-Fahrgäste leisten einen sehr großen Beitrag dazu, dass es weniger Staus und Parkplatzprobleme, weniger Abgasbelastung und damit eine bessere Luftqualität in der Stadt gibt. Sie tragen zur Verbesserung der Klimabilanz und zu mehr Verkehrssicherheit bei. Und dank der Öffi-Fahrgäste wird weniger Benzin und Diesel verbraucht.“

Der VCÖ rechnet vor, dass die Jahreskarte bei einer Inflationsanpassung um 3,5 Prozent und bei einer angenommenen Umsetzung seines Vorschlags 423 Euro kosten würde. Das ist eine Berechnung des Verkehrsclubs; ob die Bundesregierung den Vorschlag aufgreift, ist offen.

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