TU Wien meldet Prototyp einer selbststabilisierenden Atomkernuhr in Wien

Oktober 8, 2026 07:35
Researcher examining complex laboratory equipment surrounded by cables and metal components.
TU-Wien-Mitarbeiterin Juliette Schlachet-Lépinay bei der Justage eines Lasers, hinter der Vakuumkammer, die den Thorium-Kristall enthält.Foto: Thorsten Schummhochgeladen von Antonio Šećerović

Am Atominstitut der TU Wien steht laut einem Bericht der Universität seit kurzem der weltweit erste Prototyp einer selbststabilisierenden Atomkernuhr. Die Hochschule spricht von einem historischen Meilenstein der Physik und von einer Technologie für präzisere Zeitmessung.

Das System soll über 24 Stunden ohne Eingriff stabil bleiben. Anders als herkömmliche Atomuhren nutzt es nicht Elektronen als Taktgeber, sondern den Kern von Thorium-Atomen.

Das Herzstück ist ein spezieller Thorium-Kristall, der direkt an der TU Wien hergestellt wird. Nach Angaben des Berichts gleicht sich das System bei minimalen Änderungen der Laserfrequenz selbst nach, etwa wenn sich die Temperatur im Labor verändert.

Projektleiter Thorsten Schumm wird mit den Worten zitiert: „Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erreichen damit ein lange gehegtes Ziel.“ Zur Funktionsweise sagte er: „Ein Laser verändert den Energiezustand der Thoriumkerne, während diese wiederum die Frequenz des Lasers stabilisieren.“

Laut dem Bericht gelang dem Team bereits im April die erste Laser-Anregung von Thorium. Nun sei erstmals eine echte selbstregulierende Uhr entstanden. Die TU Wien arbeitet dabei auch mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig zusammen.

Die Universität gibt an, der Wiener Prototyp sei so präzise, dass er erst nach 30 Millionen Jahren um eine Sekunde falsch ginge. Unabhängig überprüft sind diese Leistungsangaben in dem Bericht nicht.

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