In Unterretzbach ist ein neues Forschungsprojekt mit dem Namen „Jakub & Levi“ geplant, das in den kommenden eineinhalb Jahren ein klimafreundliches und lebenswertes Entwicklungskonzept für den Ort erarbeiten soll. Im Mittelpunkt steht ein rund 9.000 Quadratmeter großes Areal nahe dem Bahnhof, der Kirche St. Jakob und der alten Volksschule.
Das Vorhaben soll verschiedene Fragen zusammenführen: nachhaltiges Wohnen, erneuerbare Energie, neue Mobilitätsideen und die Wünsche der Bevölkerung. Die Gemeinde und die Pfarre Retzbach haben dafür gemeinsam über das TIKS-Programm eine Finanzierung gesichert.
Unter dem Projekttitel sollen neue Wohnformen für junge und ältere Menschen geprüft werden. Auch eine klimafreundliche Energieversorgung und Alternativen zum Auto sind Teil der Untersuchung.
Ein Schwerpunkt liegt auf nachhaltigem Bauen. Dabei sollen Holz, Stroh und Lehm aus der Region eine wichtige Rolle spielen; als Vorbild dient die traditionelle Lehmbautechnik aus dem Weinviertel. Außerdem wird geprüft, ob regionale Reststoffe wie Traubentrester für neue Baumaterialien genutzt werden können.
Nach Möglichkeit sollen bestehende Gebäude wie der Presshauskomplex und die alte Volksschule erhalten und weiterverwendet werden. Sie könnten später als gemeinsame Räume für die Bewohner und die weitere Bevölkerung von Retzbach dienen.
Begleitet wird das Projekt von einem Expertenteam rund um das Architekturbüro „RfM Räume für Menschen Architektur“. Besonders betont wird dabei die Beteiligung der Bevölkerung, die ihre Ideen und Wünsche einbringen soll.


