Wien: Stadtrechnungshof rügt lückenhafte Dokumentation bei Hitzeprojekten der MA 19

Oktober 10, 2026 09:40
Workers in high-visibility vests plant a tree at an urban construction site with historic buildings in the background.

Ein neuer Bericht des Wiener Stadtrechnungshofs hält fest, dass die MA 19 die Wirkung ihrer Hitze- und Entsiegelungsplanung im Rahmen von „Raus-aus-dem-Asphalt“ nicht systematisch dokumentiert hat. Die Prüfung betrifft die Jahre 2020 bis 2025 und damit mehrere bereits umgesetzte oder laufende Projekte in der Stadt.

Laut Audit wurden 90 größere Vorhaben erfasst, von denen bis Ende 2025 67 umgesetzt waren; ein weiteres befand sich im Bau. Dennoch führte die MA 19 keine laufend aktualisierte Statistik über alle Gestaltungsprojekte und Beratungen, zudem fehlten dokumentierte Evaluierungen, Kennzahlen und verbindliche Fach-Checklisten.

Der Stadtrechnungshof kommt daher zum Schluss, dass sich der Gesamtbeitrag der Planung zur Klimawirksamkeit nicht bestimmen lässt. Bei einer nachträglichen Betrachtung von vier Projekten zeigte sich zwar ein messbarer Umbau: Auf rund 19.500 Quadratmetern wurden mehr als 8.000 Quadratmeter versiegelte Fläche reduziert, etwa 2.250 Quadratmeter Grünraum geschaffen und 56 Bäume gepflanzt.

Zu den geprüften Vorhaben zählten unter anderem die Reinprechtsdorfer Straße, der Helga-Pankratz-Platz und die Treustraße. In einzelnen Plänen blieb laut Bericht offen, ob Kaltluftschneisen und Frischluftkorridore ausreichend berücksichtigt worden waren; für die Reinprechtsdorfer Straße lag keine dokumentierte urban-klimatologische Stellungnahme vor.

Der Stadtrechnungshof formulierte sechs Empfehlungen an die MA 19, darunter eine kontinuierliche Erfolgskontrolle, schriftliche Abläufe und Checklisten. Die MA 19 teilte mit, sie werde alle sechs Empfehlungen umsetzen und die weiteren Schritte mit der MA 28 abstimmen.

SPÖ-Stadtrat Omar Al-Rawi wertete den Bericht als Bestätigung des bisherigen Kurses. Er sagte:

„Der positive Stadtrechnungshofbericht zeigt auf, dass Wien bei der klimafitten Gestaltung des öffentlichen Raums auf dem richtigen Weg ist“

Die SPÖ verwies darüber hinaus auf 344 Projekte in allen Wiener Bezirken, die bereits umgesetzt oder in Arbeit seien. Nach Angaben der Partei seien dabei rund 243.000 Quadratmeter Park- und Grünraum neu geschaffen oder umgestaltet und 3.316 Bäume gepflanzt worden.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Person locking a bicycle to a tree with a red U-lock.
Vorheriger artikel

Zwei E-Bikes in Innsbruck gestohlen und in Hall in Tirol geortet

Four people in traditional Austrian dress pose with a trophy in front of a red MeinBezirk.at backdrop.
Nächster artikel

Salzach-Dirndl aus dem Oberpinzgau verbindet Landschaft und Brauchtum

Nicht verpassen