Mehr als 850.000 Lehrerinnen und Lehrer haben in Frankreich am 31. August 2026 unter den Folgen eines Cyberangriffs auf das Bildungsministerium das neue Schuljahr begonnen. In mehreren Akademien waren digitale Werkzeuge teilweise oder vollständig nicht verfügbar. Dadurch wurden die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern sowie deren Zuteilung zu Schulen erschwert. Über den Angriff und seine Folgen berichtete der französische Nachrichtensender BFMTV.
Das französische Ministerium für nationale Bildung teilte mit, dass es zu einem umfangreichen Datenabfluss gekommen sei. Mitte August erklärten Hacker, sie hätten persönliche Daten von zehntausenden Lehrkräften und Schülern erlangt. Eine unabhängige Bestätigung sämtlicher von den Angreifern gemachter Angaben liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Digitale Systeme vorübergehend abgeschaltet
Um weitere Vorfälle zu verhindern, wurde der Zugang zu mehreren Systemen ausgesetzt. Die Maßnahme betraf jene digitalen Werkzeuge, die für administrative Abläufe im Bildungsbereich benötigt werden. In den Akademien führte die eingeschränkte Verfügbarkeit dazu, dass Verfahren zum Schuljahresbeginn nicht überall wie gewohnt durchgeführt werden konnten.
Nach Angaben des Ministeriums war die Arbeit bis Freitag in 28 der insgesamt 30 Akademien wieder aufgenommen worden. Damit waren die digitalen Dienste jedoch nicht in allen Regionen vollständig verfügbar. Für Toulouse und Nantes wurden „sehr verschlechterte“ Bedingungen erwartet. Dort sollte die Wiederherstellung der Systeme noch rund zwei Wochen dauern.
Die betroffenen Schulen mussten deshalb teilweise auf analoge Abläufe zurückgreifen. Stundenpläne sollten den Schülerinnen und Schülern in Papierform ausgehändigt werden. Die Maßnahme betrifft einen zentralen organisatorischen Vorgang zum Beginn des Unterrichts, ersetzt aber nicht die ausgefallenen digitalen Systeme.
Folgen für Lehrer und Schüler
Die Störung traf den Beginn des neuen Schuljahres, an dem mehr als 850.000 Lehrkräfte ihre Arbeit wieder aufnahmen. Nach den vorliegenden Angaben ging es vor allem um administrative Werkzeuge, die für die Aufnahme von Schülern und ihre Verteilung auf Schulen verwendet werden. Die Einschränkungen betrafen damit nicht nur interne Abläufe des Ministeriums, sondern auch Verfahren, die für Schulen und Familien unmittelbar relevant sind.
Das Bildungsministerium musste den Zugang zu Teilen seiner digitalen Infrastruktur unterbrechen, nachdem der Datenabfluss bekannt geworden war. Welche konkreten Datensätze betroffen sind, wurde in den vorliegenden Angaben nicht näher aufgeschlüsselt. Fest steht lediglich, dass das Ministerium von einem umfangreichen Leck sprach und Hacker im August den Besitz persönlicher Daten von zehntausenden Lehrkräften und Schülern behaupteten.
Die Wiederherstellung verlief nach Regionen unterschiedlich. Während in 28 Akademien die Arbeit bis Freitag wieder möglich war, blieben die Probleme in Toulouse und Nantes voraussichtlich länger bestehen. Für diese beiden Städte wurde eine vollständige Rückkehr zum regulären Betrieb innerhalb von etwa zwei Wochen erwartet.
Angriff im Kontext russischer Cyberaktivitäten
Der Angriff wird als Teil russischer hybrider Maßnahmen gegen europäische Staaten eingeordnet. Nach dieser Einordnung dienen solche Operationen nicht ausschließlich dem Diebstahl von Daten. Sie können auch darauf zielen, die Arbeit staatlicher Einrichtungen zu stören und den Eindruck zu verstärken, Behörden könnten ihre digitale Infrastruktur und die dort gespeicherten Informationen nicht ausreichend schützen.
Im vorliegenden Fall konzentrierten sich die unmittelbar sichtbaren Folgen auf die Verwaltungs- und Digitaldienste des französischen Bildungswesens. Der Schuljahresbeginn wurde in mehreren Akademien organisatorisch erschwert. Zugleich meldete das Ministerium einen Datenabfluss, während Hacker den Zugriff auf persönliche Informationen von Lehrkräften und Schülern behaupteten.
Die französischen Behörden reagierten mit der vorübergehenden Sperre mehrerer Systeme und mit einer schrittweisen Wiederherstellung der Dienste. In Toulouse und Nantes sollten bis zur vollständigen Behebung der Störung Papierausgaben eingesetzt werden. Die Arbeiten an den betroffenen digitalen Bildungsdiensten dauerten damit auch nach dem Schuljahresbeginn an.


